| |
Was die am 28.
August 1997 über das TAK schrieb:
"Aus dem fliegenden Klassenzimmer ist
ein virtuelles geworden"
"Computer
im Unterricht"
...
weitere Besprechungen des Buches

Aus dem fliegenden
Klassenzimmer ist ein virtuelles geworden
Unterricht
zwischen Chicago und Hamburg, Hawaii und
Berchtesgaden: Wie Hamburgs Schulen das Internet
nutzen
- Die
technischen Voraussetzungen alleine reichen
nicht aus für erfolgreiche Online-Projekte;
deshalb gibt es in dem Stadtstaat
pädagogische Begleitprogramme und
Fortbildungsangebote für Lehrer.
-
- Erich Kästner
beschreibt in seinem Jugendroman "Das
fliegende Klassenzimmer" den
Schulbetrieb, "wie er in Zukunft
vielleicht wirklich stattfinden wird":
In Geographie fliegt die Klasse mit dem
Flugzeug zum Vesuv, in Geschichte besucht sie
Ramses II. in seinen Pyramiden. "Der
Unterricht wird zum Lokaltermin",
Bücher werden nebensächlich, die Schüler
lernen vor Ort und am Objekt. Das Lernen
kommt automatisch. Am wichtigsten dabei: Es
macht Spaß!
-
- Heute, knapp 65
Jahre nach Erscheinen des Romans, ist es dank
neuer Technologien möglich, sich die Welt
nach Hause zu holen. Aus dem fliegenden
Klassenzimmer ist ein virtuelles geworden,
das den Schülern Reisen zwischen Chicago und
Hamburg, Hawaii und Berchtesgaden, Sydney und
Chemnitz ermöglicht. In Hamburg läuft seit
zweieinhalb Jahren das E-Mail-Projekt
"Transatlantisches Klassenzimmer",
das den Kontakt zwischen
- Schülern
verschiedener Länder und Kulturen, vor allem
zwischen Deutschland und den USA, fördern
will. "Die Internet-Euphorie hatte auch
uns erfaßt", erinnert sich Claudia
Musekamp von der Hamburger Körber-Stiftung
an die Planungsphase. Im Internet sah die
Mitbegründerin des Projekts die Chance,
länderübergreifenden Unterricht aufzubauen.
Die Schüler sollten Meinungen austauschen,
Vorurteile mit Argumenten aufweichen.
- Schnelle,
authentische Information und Meinungsvielfalt
sind die Pfeiler des "Transatlantischen
Klassenzimmers"; der Unterricht wird
aktuell, spannend und abwechslungsreich.
-
- Die 1994
geschlossene Städtepartnerschaft zwischen
Hamburg und Chicago war Anlaß, das
"Transatlantische Klassenzimmer" im
Februar 1995 zu starten. Dafür stattete die
Körber-Stiftung zunächst 30 Hamburger
Schulen mit Modem, Software, Telefonanschluß
und einer einjährigen Gebührenpauschale
aus. In Chicago stellte das Goethe-Institut
die Kontake zu amerikanischen Partnern her.
Schnell zeigten Schulen aus anderen Städten
und Ländern Interesse. Mittlerweile stehen
auch Schulen aus Australien, der Ukraine oder
Brasilien auf der Mailing-Liste - das
Klassenzimmer ist global geworden. Die
Amtssprache ist Englisch.
-
- Neben
Diskussionen zu vorgegebenen Themen füllt
vor allem jugendliches Geplauder die
elektronischen Briefkästen. Dieser banale
Small Talk gießt Wasser auf die Mühlen der
Kulturkritiker. "Guten Tag, ich bin
fine. Mein Name ist Stacey und meine Deutsch
ist schlecht. So I speak English now" -
manchem mögen bei diesem Kauderwelsch die
Haare zu Berge stehen. Noch dazu, wenn es im
folgenden Text um die Backstreet Boys oder
die Spice Girls geht.
-
- Pädagogisch
wertvoll kann das Geplänkel mit seiner
falschen Grammatik und der inhaltlichen
Verflachung kaum sein. Diese Art von
Begegnung hätte auch Erich Kästner nicht
gefallen. Indes, der Briefwechsel zu
persönlichen Themen zieht die Jugendlichen
vor den Computer; und über den
elektronischen Austausch verlieren sie
Hemmungen, sich in einer anderen Sprache zu
äußern.
-
- Organisierte
Diskussionen
- Nachdem die
technische Grundausstattung eingerichtet war
und erste Versuche mit elektronischer Post
erfolgreich waren, steht nun der Inhalt im
Vordergrund. "Die Herausforderung ist,
gute Pojekte zu entwickeln", sagt die
Initiatorin von TAK. Für die didaktische
Arbeit fühlt sich die Körber-Stiftung nicht
zuständig. Deshalb hat sie das
"Transatlantische Klassenzimmer"
dem "Verein zur Förderung von
Online-Projekten in der Schule"
übertragen, dessen Mitglieder überwiegend
engagierte Lehrer und Studenten sind. Sie
wollen das Projekt pädagogisch erweitern.
-
- Neben offenen
Diskussionsgruppen bietet der Verein
Themenkonferenzen an, die wenigen Schulen
zugänglich sind. Teilweise arbeiten nur zwei
Klassen miteinander. In diesem closed-shop
diskutieren die Jugendlichen über ein
vorgegebenes Rahmenthema, arbeiten per
Briefwechsel mit ihren Partnern Referate aus
und korrigieren Fehler gegenseitig. Das
Ergebnis stellen sie in einer
Diskussionsrunde vor, Stellungnahmen kommen
hinzu.
-
- Ein
Paradebeispiel für sinnvollen
Computereinsatz in der Schule ist das
Gymnasium Lohbrügge im Osten Hamburgs.
Anstoß gab die Körber-Stiftung mit ihrer
Grundausstattung. Seitdem hat sich dort viel
getan. "In den Pausen ist hier immer
schwer was los", sagt Sonja Griese aus
der zwölften Jahrgangsstufe. Sie sitzt im
Multifunktionsraum, der als
Elternsprechzimmer und Sanitätsstation
dient. Seit zwei Jahren stehen neben
Krankenpritsche, Tisch und Stühlen in dem
zwölf Quadratmeter kleinen Raum zwei
Computer, die das Tor zur Welt öffnen. Ihre
Privatpost schreiben die Schüler zu Hause
oder während der Pausen und speichern sie
auf einer Diskette; im virtuellen Postamt
werden die Briefe dann gebündelt und
losgeschickt - 50 bis 100 Stück pro Tag.
-
- Auch im
Unterricht spielt die Kommunikation zwischen
den verschiedenen Ländern eine Rolle. Vor
allem die Ethikschüler sind Feuer und
Flamme, wenn sie global über grundsätzliche
Fragen zu Religion, Umweltschutz, Todesstrafe
oder Abtreibung nachdenken. "Kinder
müssen Experten in der
Informationsbeschaffung werden",
- sagt Manfred
Schulz.
-
- Und so baut der
Ethik-, Philosophie- und Geschichtslehrer den
Computer in den Unterricht ein, wo immer es
geht. Der Internet-Fan überträgt seine
Euphorie auf die Schüler. "Kant ist
phanastisch erklärt im Internet"
schwärmt Schulz. "Wenn sich 20 bis 30
Kinder mit diesem Thema beschäftigen, ist
das ein riesiges Forschungsteam, das sich da
hineingräbt." Dabei erfüllt der
Computer für ihn keinen Selbstzweck, er ist
und bleibt ein Hilfsmittel.
-
- "Unser
Präsentationstag war die Attraktion",
sagt Schulz nicht ohne Stolz. Ein
mittelalterliches Theaterstück führte die
Klasse auf. Die Masken dazu hatten die Kinder
selbst gebastelt; sie kochten Speisen nach
Rezepten von Hildegard von Bingen und
produzierten ein Buch mit handgemalten
Illustrationen über das Leben im
Mittelalter. Bücher, das World Wide Web und
eine CD-ROM waren die Recherchequellen.
Wichtig ist für Schulz die Verbindung neuer
und alter Medien.
-
- "Das Tolle
hierbei ist, daß wir Unterricht
verändern", sagt Uwe Debacher. Mit
seinem Kollegen Schulz bildet der
Informatik-, Mathematik- und Chemielehrer ein
unschlagbares Gespann: Debacher übernimmt
die technische Seite und bringt das
Computersystem am Lohbrügger Gymnasium zum
Laufen. Schulz kümmert sich um die
didaktische Anwendung. "Für einen
normalen Lehrer ist die technische Seite
nicht zu bewältigen", sagt Debacher.
Kollegen fehle oft technisches Know-how, so
daß sie frustriert aufgäben.
-
- Manchmal
entw
|