Reinhard Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft
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Internet und Englischunterricht:
Rezension

Praxis 1/98

 

PRAXIS 1/98 Bücherschau


Reinhard Donath: Internet und Englischunterricht, Klett Verlag 1997, 17.80 DM

Unsere Welt erlebt ständige Veränderungen durch immer weiter fortschreitende Entwicklungen der Computertechnologie sowie der Telekommunikation, die denen der Industriellen Revolution in keiner Weise nachstehen. Das tägliche Leben wie auch das Arbeitsleben verändern sich radikal.

Wenn wir noch auf der Maxime beharren wollen, daß die Schule auf das Leben vorbereiten soll, wird es höchste Zeit, daß auch der Unterricht an allgemeinbildenden Schulen neue Technologien als Werkzeug und Medium einsetzt. Hierbei fällt gerade dem Fremdsprachenunterricht eine wunderbare Möglichkeit in den Schoß, aus der „Kreidezeit" in das Computerzeitalter fortzuschreiten.

Ein Problem stellt die überwiegend mangelnde Vertrautheit von Lehrern mit dem Computer dar, verstärkt durch den eklatanten Mangel an geeigneten Fortbildungsangeboten. Genau an dieser Stelle setzt der frisch und lebendig geschriebene Band von Reinhard Donath ein. Er beginnt mit dem Minimum an Definitionen (was sind Internet, World Wide Web etc.?) und technischem Hintergrund. Plötzlich wird deutlich, daß all das großartig klingende „Computer-Chinesisch" nichts Außergewöhnliches darstellt, sondern eher einfach zu verstehen ist. Die Technik ist auch für Computer-Laien zu bewältigen.

Das Hauptverdienst dieser Veröffentlichung liegt in der Gewichtung von Internet als Arbeitsmittel im Unterricht. Es werden Wege aufgezeigt, in dem großen Überangebot an Informationen die Dinge herauszufinden bzw. von Schülern herausfinden zu lassen, die uns im Unterricht weiterführen. Dazu werden Alternativen wie Recherche in Nachschlagewerken, die auf CD-ROM vorliegen, und e-mail Projekte aufgezeigt.

Nachdem in den letzten Jahren das Internet vielfach mit dem „neokolonialistischen" Zugang des „Ich hole mir etwas aus dem Internet" betrachtet worden war, ist die moderne Zielsetzung das von der amerikanischen großen Dame der Internetprojekte im Bildungsbereich,
Margaret Riel, verfolgte Konzept des gemeinsamen Arbeitens und Kommunizierens im Internet.

In der vorliegenden Arbeit werden nun Projekte beispielhaft präsentiert, die eben diesem modernen Konzept folgen: Zusammenarbeit mit anderen Menschen an anderen Orten der Welt wie auch produktorientiertes Arbeiten der Schüler miteinander zu Themen von Chicago bis hin zu Shakespeare werden klar Punkt für Punkt in Planung und Durchführung vorgestellt.

Diese Veröffentlichung lädt auch technisch nicht versierte Fremdsprachenkollegen ein, den eigenen Unterricht zu gewissen Themen durch die Einbeziehung moderner Kommunikationstechnologien zu bereichern. Gleichzeitig wird die Warnung ausgesprochen vor Über-Enthusiasmus: keineswegs kann man den Fremdsprachenunterricht nun komplett auf das neue „Zaubermittel Multimedia" umstellen, aber es hilft, den Unterricht anschaulicher und lebendiger zu machen, wenn mehrere Sinne in einem multimedialen Unterrichtsschritt angesprochen werden. Ein nicht zu übersehender Vorteil liegt in der Chance, individuelle Lernfortschritte von Schülern zu fördern.

Dieser Band bietet eine für Fremdsprachenlehrer hochinteressante Erweiterung der Unterrichtsmethoden.

MARTIN LICHTE

aus: PRAXIS des neusprachlichen Unterrichts 1/98, S. 106-107

 

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Englischunterricht in der Informationsgesellschaft

© Reinhard Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft 1997 ff. - Stand: 24-04-99