Reinhard Donath: Internet und Englischunterricht,
Klett Verlag 1997, 17.80 DM
Unsere Welt erlebt ständige Veränderungen durch
immer weiter fortschreitende Entwicklungen der
Computertechnologie sowie der Telekommunikation,
die denen der Industriellen Revolution in keiner
Weise nachstehen. Das tägliche Leben wie auch
das Arbeitsleben verändern sich radikal.
Wenn wir noch auf der Maxime beharren wollen,
daß die Schule auf das Leben vorbereiten soll,
wird es höchste Zeit, daß auch der Unterricht
an allgemeinbildenden Schulen neue Technologien
als Werkzeug und Medium einsetzt. Hierbei fällt
gerade dem Fremdsprachenunterricht eine
wunderbare Möglichkeit in den Schoß, aus der
Kreidezeit" in das Computerzeitalter
fortzuschreiten.
Ein Problem stellt die überwiegend mangelnde
Vertrautheit von Lehrern mit dem Computer dar,
verstärkt durch den eklatanten Mangel an
geeigneten Fortbildungsangeboten. Genau an dieser
Stelle setzt der frisch und lebendig geschriebene
Band von Reinhard Donath ein. Er beginnt mit dem
Minimum an Definitionen (was sind Internet, World
Wide Web etc.?) und technischem Hintergrund.
Plötzlich wird deutlich, daß all das großartig
klingende Computer-Chinesisch" nichts
Außergewöhnliches darstellt, sondern eher
einfach zu verstehen ist. Die Technik ist auch
für Computer-Laien zu bewältigen.
Das Hauptverdienst dieser Veröffentlichung liegt
in der Gewichtung von Internet als Arbeitsmittel
im Unterricht. Es werden Wege aufgezeigt, in dem
großen Überangebot an Informationen die Dinge
herauszufinden bzw. von Schülern herausfinden zu
lassen, die uns im Unterricht weiterführen. Dazu
werden Alternativen wie Recherche in
Nachschlagewerken, die auf CD-ROM vorliegen, und
e-mail Projekte aufgezeigt.
Nachdem in den letzten Jahren das Internet
vielfach mit dem neokolonialistischen"
Zugang des Ich hole mir etwas aus dem
Internet" betrachtet worden war, ist die
moderne Zielsetzung das von der amerikanischen
großen Dame der Internetprojekte im
Bildungsbereich, Margaret Riel, verfolgte Konzept des
gemeinsamen Arbeitens und Kommunizierens im
Internet.
In der vorliegenden Arbeit werden nun Projekte
beispielhaft präsentiert, die eben diesem
modernen Konzept folgen: Zusammenarbeit mit
anderen Menschen an anderen Orten der Welt wie
auch produktorientiertes Arbeiten der Schüler
miteinander zu Themen von Chicago bis hin zu
Shakespeare werden klar Punkt für Punkt in
Planung und Durchführung vorgestellt.
Diese Veröffentlichung lädt auch technisch
nicht versierte Fremdsprachenkollegen ein, den
eigenen Unterricht zu gewissen Themen durch die
Einbeziehung moderner Kommunikationstechnologien
zu bereichern. Gleichzeitig wird die Warnung
ausgesprochen vor Über-Enthusiasmus: keineswegs
kann man den Fremdsprachenunterricht nun komplett
auf das neue Zaubermittel Multimedia"
umstellen, aber es hilft, den Unterricht
anschaulicher und lebendiger zu machen, wenn
mehrere Sinne in einem multimedialen
Unterrichtsschritt angesprochen werden. Ein nicht
zu übersehender Vorteil liegt in der Chance,
individuelle Lernfortschritte von Schülern zu
fördern.
Dieser Band bietet eine für Fremdsprachenlehrer
hochinteressante Erweiterung der
Unterrichtsmethoden.