Reinhard Donath: Englischunterricht in
der Informationsgesellschaft
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Viel zu viel gäbe es zu berichten über bis heute 13 Ausgaben der THE ULRICIANUM TIMES, vor allem hinsichtlich der Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern, das Medium Computer und Internet kreativ und produktiv zu nutzen, in der Fremdsprache, by the way! Das aber würde einen eigenen Web-Server füllen. Daher mögen hier einige Spots und Artikel einen Eindruck vermitteln von dem, was an einem solchen Tag abläuft.
Unser Jubiläum hatten wir am 11. März 1999: Zehnjährigen Geburtstag sozusagen!
Unsere begeisterte Leserin Renate Jürgens-Pieper, Kultusministerin von Niedersachsen (aufgenommen im Juni 1997 in Hannover, damals noch Staatssekretärin). Foto aus: "Raum-Zeit-Sprünge", NLI 1997 |
Seit 1985 wird jährlich von CAMPUS 2000 (dann: CampusWorld, jetzt AngliaCampus), einem englischen Computernetzwerk für Schulen, zusammen mit der Londoner TIMES der International Newspaper Day veranstaltet. Die teilnehmenden Schulen erhalten ab 9 Uhr morgens über Computer, Modem und Telefonleitung aktuelle Agenturmeldungen der Times, aber auch von deutschen und französischen Presseagenturen. Ziel ist es, am Abend eine englischsprachige Zeitung in den Druck zu geben, die am nächsten Morgen verkauft wird. Die erste Ausgabe der THE ULRICIANUM TIMES entsteht am 8. März 1989 in einem fürchterlichen Chaos von Notizblöcken, Disketten und Wörterbüchern, aber um 18.00 Uhr gehen sechs Zeitungsseiten in den Druck zur Lokalzeitung. Dank der Unterstützung dieser Zeitung und einiger Auricher Firmen werden die Druckkosten für eine Auflage von Tausend Exemplaren abgedeckt, die am nächsten Morgen in der Schule und der Innenstadt von den begeisterten Schülern der Zeitungstruppe verkauft werden. "THE ULRICIANUM TIMES, the only English newspaper in town. Latest news from all over the world!", klingt es allerorten: Eine nunmehr zehnjährige Zeitungsgeschichte hat ihren Anfang genommen.
Vier Wochen später die Sensation: Wir haben mit unserer ersten Ausgabe den Wettbewerb gewonnen, der mit dem International Newspaper Day verbunden ist, und gewinnen den First European Prize: Eine Einladung zur Preisverleihung ins Londoner Science Museum, eine vergoldete und gerahmte Titelseite unserer Zeitung und einen nagelneuen Computer. Dieser Erfolg spornt die Schüler und meinen Kollegen Hans-Jürgen Westermayer und mich so an, daß eine Arbeitsgemeinschaft gegründet wird, die die technische und sprachliche Qualität der THE ULRICIANUM TIMES verbessern will. Das ist auch gelungen, denn mit der zweiten Ausgabe gewinnen wir im Herbst 1989 den First International Prize, der wiederum mit einer Einladung nach London verbunden ist. Weitere
Ausgaben folgen, die immer von der Londoner Jury, aus TIMES-Redakteuren bestehend, hoch gelobt werden, aber der dritte Gewinn läßt bis zur neunten Ausgabe im März 1995 auf sich warten, schließlich ist auch die Konkurrenz immer besser geworden.
Mittlerweile sind Fachaufsätze und Seminararbeiten über die Auricher Aktivitäten im Rahmen des International Newspaper Day geschrieben worden, in lokalen und überregionalen Tageszeitungen, Radio- und Fernsehberichten ist der spannende Entstehungsprozeß einer englischsprachigen Tageszeitung dargestellt worden, selbst von einem Spiegel-Reporter wurden wir einen Tag lang beobachtet. Stolz sind die Schülerinnen und Schüler jedesmal auf ihr fertiges Produkt, das in der deutschen Zeitungslandschaft einmalig ist. Und wenn sie dann noch, wie beim dritten Gewinn mit der Ausgabe vom März 1995, in der TIMES gelobt werden, haben sie auch guten Grund dazu:
"The international category was won by The Ulricianum Times, from Gymnasium Ulricianum in Aurich, Germany, with a level of English writing higher than many of the UK entries" (Times Educational Supplement, 26. 5. 1995).
Der Computereinsatz spielt bei diesem Projekt nicht die allerwichtigste Rolle. Wichtiger sind: Anwendung der englischen Sprachkenntnisse, interessante Artikel schreiben, Themen recherchieren und darstellen, mit anderen zusammenarbeiten, graphische Fähigkeiten entwickeln, Anzeigen akquirieren und vor allem: unter Zeitdruck ergebnisorientiert arbeiten.
Mit unserer 10. Ausgabe vom 14. März 1997 haben wir zum vierten Mal gewonnen: Die Preisverleihung fand am 9. Juni 1997 im House of Commons statt, drei Schüler aus der AG nahmen teil und mich freundlicherweise mit, super!
Die 12. Ausgabe entstand in recht ruhiger Atmosphäre am 12. März 1998. Viele neue Schülerinnen und Schüler, vor allem aus den 9. und 10. Klassen, nahmen zum ersten Mal teil und überraschten die beiden Lehrer durch ihre Professionalität. Völlig erstaunt mußten beide zur Kenntnis nehmen, daß man eine Zeitung auch streßfrei herstellen kann - nie waren wir so früh fertig! Vielleicht lag das ja auch daran, daß Stefan Schoone die Technik des Raumes super im Griff hatte (Dank für Deine Arbeit dort, Stefan!). Außerdem waren die ehemaligen Hauptaktivisten Heiko Schill und Stephan Adden (Abi 1996) plötzlich einfach da und arbeiteten wie sonst auch profimäßig mit. Per E-Mail erhielten wir Erfahrungen von ehemaligen Redakteuren im englischsprachigen Ausland, wo sie gerade studieren oder forschen. Damit entsteht so langsam ein old boys' network der The Ulricianum Times!
Und was die Profis am 12. 3. 1998 u. a. berichteten:
- Vierten Sieg angepeilt
- Schülergruppe des Ulricianums produzierte zwölfte Ausgabe
Die Schüler-Redaktion entschied sich für Themen wie den Schüler-Terror am Ulricianum, Theateraufführungen des Auricher Gymnasiums, das Kirchenasyl in Sandhorst und das Attentat auf Oberstaatsanwalt Schmidt.
Während die Nachrichten aus aller Welt dem Internet und den Agenturmeldungen entnommen wurden, stammten die lokalen Themen aus der eigenen Feder der Schüler. Die Teilnehmer der Englisch-Leistungskurse übersetzten die Artikel ihrer Mitschüler. Daneben sandten "Ehemalige" des Gymnasiums, die heute in den USA und Großbritannien wohnen, Beiträge über ihr Leben fern des Ulricianums ein.
Auch das Montieren der Seiten übernahmen die Schüler selbst. Bei dieser Arbeit griffen die jungen Leute aber nicht wie bei der Recherche, dem Schreiben und dem Korrekturlesen auf die Hilfe des Computers zurück, sondern sie gestalteten ihre Zeitungsseiten in Handarbeit. Am selbstgebauten Leuchttisch wurden die Artikel geschnitten und auf Seitenspiegel aufgeklebt, die die ON stellten. Gedruckt wurde dann beim Ostfriesischen Pressedruck. Eintausend Exemplare der "Ulricianum Times" werden heute am Ulricianum, in der Innenstadt und in Auricher Buchläden zum Verkauf angeboten.
Vor neun Jahren hatte das Auricher Gymnasium erstmals an dem Wettbewerb der Londoner Times teilgenommen und in fast jedem Jahr erneut mitgemacht.
Drei Siegestitel konnten die Auricher Schüler bereits einheimsen. Mindestens drei frühere Ulricianum-Schüler haben bei dem Zeitungsprojekt bereits "Blut