ENGLISCHUNTERRICHT    
Lehrbuch + E-Mail-Projekte [ zurück | Inhalt | vor ]

Lehrbuch und electronic-mail Projekte

Der Englischunterricht ist in den letzten 10 Jahren mit nicht wenigen didaktischen Forderungen überschüttet worden. Schlagworte wie Handlungsorientierung, kommunikative Kompetenz, autonomes Lernen, Projektarbeit und interkulturelles Lernen mögen im Ohr klingen, haben jedoch ein grundlegendes Unterrichtsprinzip nicht verändert: das der permanenten Simulation im Klassenraum. Lehrbucharbeit bedeutet immer noch, daß die Lehrkraft für Schülerinnen und Schüler der dominante Kommunikationspartner im fremdsprachlichen Kommunikationsprozeß ist. Die Anlässe zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation entspringen zumeist dem Lehrbuch und bedienen sich seines Sprach- und Textmaterials. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, schließlich ist ein Fremdsprachenunterricht ohne Lehrbuch kaum vorstellbar. Dennoch soll angeregt werden, ergänzend zur Lehrbucharbeit, aber auch als willkommene Unterbrechung der frontalen Unterrichtssituation, realistischere Kommunikationsanlässe im Schonraum Klassenzimmer zu realisieren.

Da es nur sehr selten gelingt, reale fremdsprachliche Kommunikation mit native speakers im Rahmen eines Schüleraustausches oder einer Klassen- bzw. Studienfahrt nach England oder in die USA zu ermöglichen, sollten die vorhandenen Computer und das Modem genutzt werden, um ein in den Unterricht integriertes Kommunikationsprojekt durchzuführen. Die landeskundlichen Einheiten der Lehrbücher konzentrieren sich schließlich immer wieder auf Themen aus Großbritannien, den USA oder Australien, warum also nicht einfach Konktakt aufnehmen zu einer Klasse in dem entsprechenden Land?

Einschub: Hat das Lehrbuch ausgedient?

Ab der 8. Klasse können Themen und Inhalte des Lehrbuches ergänzt werden durch realistische und motivierende Schreib- und Sprechanlässe und einen elektronischen Informationsaustausch mit peers, der weit über die bisherige Vermittlung sprachlicher und landeskundlicher Kenntnisse hinausgeht.

Diese themenorientierte Kommunikation ergänzt den traditionellen Englischunterricht auf willkommene Weise, denn Lesen, Schreiben und Sprechen in der Fremdsprache beziehen sich nicht mehr nur auf Lehrbuchtexte, sondern auf authentisches Material von Gleichaltrigen, so daß konkrete Spracharbeit für die direkte Kommunikationsabsicht notwendig wird. Empfangene Texte wollen korrekt verstanden werden, Antworten zu bestimmten Themen sollen so richtig wie möglich formuliert werden, schließlich werden sie von native speakers gelesen. Kulturelle Kompetenz entwickelt sich im Dialog, interkulturelles Lernen vollzieht sich in der kommunikativen Auseinandersetzung mit der fremdsprachigen Klasse und im eigenen Klassenraum.

Und schließlich geht mit der digitalen Öffnung zur Welt auch eine Veränderung nach Innen einher, denn electronic-mail Projekte verändern die traditionelle Unterrichtssituation, wenn im Klassen- und Computerraum gearbeitet wird: Gruppen- und Partnerarbeit sowie Plenumsphasen sind unerläßlich, projektorientierte Arbeits- und Lernprozesse sind möglich, handlungsorientierte Aktivitäten ergeben sich zwangsläufig. Daß dabei auch der Englischunterricht zur informations- und kommunikationstechnologischen Grundbildung beiträgt, ist ein angenehmer Nebeneffekt in einer Zeit, in der eine computer literacy unumgänglich ist.

Einschub:Ziele von electronic-mail Projekten


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