Chor NEUE TÖNE Aurich

Aurich ist 'ne schöne Stadt

 

1. Aurich ist 'ne schöne Stadt,
die so manches Schmuckstück hat.
Lasst euch bitte nicht verstö(h)ren,
Aurich will ich Treue schwören.
Denn wo sonst ist's so beschaulich,
so urban und doch so traulich
als an diesem kleinen Ort?
Niemand bringt mich von hier fort!
Aurich ist 'ne Stadt mit Herz,
und das sag ich ohne Scherz:
Aurich ist 'ne schöne Stadt,
die wirklich ganz viel Seele hat.

2. Seht den "Kalorienhof",
wer da rein geht, ist nicht doof.
Unten Schnapp und oben Schnäppchen
und dazwischen mal ein Häppchen,
Pizza-Düfte wolkig weh'n,
in den Ecken Sheriffs steh'n,
"Dinis Disco" macht bald auf:
coole Kids im Dauerlauf.
Wenn bei Bolduan die Schinken
winken, muss ich einen trinken,
bin so müde und so matt,
bin so voll und völlig satt.

3. Auf dem Marktplatz seht ein Käfig,
der steht sicherlich für ewig,
außen Plastik, innen Bio,
eine Saft-Bar wie aus Rio.
Fischbratduft aus Fenstern dampft,
mancher Touri koggt und mampft,
silbern blitzt ein steiler Turm,
der hält Stand wohl jedem Sturm.
Und das rosa-rote Pflaster
schimmert rein wie Alabaster.
Gülden glänzt das Bronze-Schwein
funkelt fett im Abendschein.

4. Ach, der schöne ZOB,
dort inmitten der Allee,
zierlich wöben sich die Kuppeln,
Busse in die Runde huppeln.
Zwischen grossen, greisen Bäumen
kann man von der Ferne träumen,
doch für's weite Reiseglück
reist man erst ein Stück zurück:
Will man über Schienen fahren,
darf man Geld und Zeit nicht sparen.
Einen Bahnhof gibt's hier nich,
das wär doch auch verwunderlich.

5. Und die clev're Kaufmannschaft
klotzt mit ihrer Einfallskraft,
Pfälzer Weinfest, Schnäppchentage,
was kommt außerdem in Frage?
Noch ein Fest und noch ein Los,
ohne Moos ist hier nichts los,
ein bekanntes Autohaus
stellt heut auf dem Marktplatz aus.
Golden glitzern die Fassaden
an so machem neuen Laden,
mancher alte gibt nun auf:
endlich wieder Ausverkauf!

6. Irgendwann ist es so weit,
es ist wieder Stadtfestzeit.
Bratwurstbuden, Ouzo-Schenken,
alles isst und steht an Tränken.
Wie sie sich dann vorwärtsschieben,
keiner ist zu Haus geblieben.
Alles muss jetzt in die Stadt,
angespornt vom Blöden-Blatt,
muss sich kollektiv besaufen,
fühlt sich groß im großen Haufen.
Die Luft riecht süß und säuerlich,
mir ist so schrecklich heimatlich.

Text: Heinrich Herlyn

Melodie: Franz-Josef Degenhardt

 

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