Chor NEUE TÖNE Aurich 

  "Jetzt erst (B)recht"

das Programm

das Presseinfo

das offizielle Chorfoto & Probenfotos 30. 11. 01

Biermann & der Hugenottenfriedhof

Aufführung: Presseartikel & Fotos der Aufführung

Das war's: Heinrichs Abschied

 

 

Aufführung des Brecht-Programms am Sa, 8. Dezember und So, 9. Dezember 2001 jeweils um 20.00 Uhr im Güterschuppen des Gymnasiums Ulricianum Aurich. Programm:

 

An die Nachgeborenen
 Lieder, Geschichten und Texte zu Bertolt Brecht

Prolog
Lied 1: Von der Freundlichkeit der Welt    Text
Text: Gegenlied

Ich Bertolt Brecht
Lied 2: Vom armen Bert Brecht Text
Text: Aus verblichnen Jugendbriefen

Glotzt nicht so romantisch!
Lied 3: Apfelböck oder die Lilie auf dem Felde Text
Text: Orges Wunschliste
Lied 4: Ballade von der Hanna Cash
Text: Orges Gesang
Lied 5:
Kuh beim Fressen Text/Kunstwerk  

Wenn die Menschen Haifische wären
Text: Wenn die Menschen Haifische wären
Lied 6: Die Moritat von Mackie Messer Text
Lied 7: Kälbermarsch Text  Stundenentwurf

Vorwärts und nicht vergessen
Text: Brecht und der Kommunismus (Anekdote: Biermann)
Lied 8: Solidaritätslied Text

Pause

An die Nachgeborenen

Text: An die Nachgeborenen 1
Lied 9: Das Lied vom Weib des Nazisoldaten Text
Text: An die Nachgeborenen 2
Lied 10: Das Lied von der Moldau Text
Text: An die Nachgeborenen 3
Lied 11: Friedenslied
Lied 12: Anmut sparet nicht noch Mühe


Epilog: Wie nah sind uns manche Toten

Text: Anstiftung
Text: Pietät
Lied 13: Ballade vom Hugenottenfriedhof Text/Fotos und noch mehr

Zugabe:
Ansage: Anleitung zum Mitsingen
Lied 14: Auf einen chinesischen Theewurzellöwen

 

Hanns Eisler: http://archiv.informatik.fh-augsburg.de/informatik/projekte/brecht/extra/komp/eisler.htm 

Brecht-Infos satt: http://www.goethe.de/os/hon/aut/debrec.htm 

Presseartikel:

Ostfriesische Nachrichten (10. Dezember 2001):

 

Ostfriesen Zeitung vom 10. Dezember 2001:

Ein gereifter Chor mit einer gereiften Leistung

Von Manfred Wirringa

Auricher Chor Neue Töne präsentierte "Jetzt erst Brecht" / Voller Klang

Aurich. Dunkelheit im Raum. Dunkel gekleidet, kaum wahrnehmbar stehen sie im Gang. Nur die Bärte stechen eisgrau ins Auge. Das Lied von der Freundlichkeit der Welt nimmt seinen Anfang und stimmt ein in den Abend: "Jetzt erst Brecht".

Der Auricher Chor Neue Töne präsentierte am Sonnabend und Sonntag im Auricher Güterschuppen sein neues Programm. Nach Kurt Tucholsky hat sich der Chor nun einen weiteren Meister politischer Lyrik vorgenommen. Die Lieder wurden eigens für diesen Anlass arrangiert oder komponiert. "Politische Lieder sind ein wichtiger Strang im Chor", erklärte Chorleiter Heinrich Herlyn die Wahl eines Brecht-Abends. Brecht zu singen oder seine Texte vorzutragen, heiße heutzutage auch, sich gegen den politischen Zeitgeist zu stemmen. Seine Texte sind immer wieder konsequente Stellungnahmen gegen jegliche Form des Krieges.

Es wird dem Zuschauer sofort bewusst: Die Mitglieder des Chores Neue Töne sind in die Jahre gekommen. Gereift. So ist denn auch ihr zehnter Programmabend eine ihnen gemäße gereifte Leistung. Hineinwachsen mussten Zuhörer und Zuschauer dennoch in den brechtschen Chorgesang. Klang doch die Ballade "Hanna Cash" zu konzertant und darum gewöhnungsbedürftig. Wurde aus einem garstig Lied ein harmloser Singsang auf hohem Niveau. Solis wären manchmal durchaus angebracht gewesen.

Fehlte anfangs einem noch die rauchige Stimme von Lotte Lenya oder der blecherne Klang von Ernst Busch, fehlte anfangs noch die verruchte, voll gequalmte Kneipe mit Tischen, auf denen Bierpfützen zu finden sind, in der Ecke das Klavier und der Gesang und fehlte anfangs noch die alte zerkratzte Schallplatte mit der Musik der Komponisten Hanns Eisler und Kurt Weill, wuchs die Aufnahmefähigkeit mehr und mehr für Gesang, für Bewegung und für die Gestaltung der Texte.

Die Qualität des Abends zeichnete sich nicht nur durch den vollen und eingesetzten Klangkörper des Chores aus, auch die Arrangements von Text- und Programmgestaltung, bis hin zur Einstimmung auf Brecht im Programmheft, waren äußerst durchdacht.

Quelle & Online: http://www.ostfriesen-zeitung.de/druck.php?artikelid=n120000026_34101 

 

Das war's: Heinrichs Abschied (Ostfriesen Zeitung am 29. 12. 2001)

"Ich suche immer wieder gerne nach Herausforderungen"

Von Günther Niet

Auricher Lehrer Heinrich Herlyn unterrichtet ab Januar in Südafrika

Foto NietWallinghausen. Das Eigenheim in Wallinghausen ist vermietet und die Möbel sind bereits unterwegs in Richtung Südafrika. Am zweiten Januar geht es für Heinrich Herlyn samt Frau und den beiden Töchtern mit dem Flieger nach Kapstadt. Dann beginnt für den Auricher Lehrer ein neuer Lebensabschnitt. Herlyn tritt in der südafrikanischen Metropole eine Stelle als Grundschullehrer an der dortigen "Deutschen Schule Kapstadt" an. Startschuss ist der 23. Januar, wenn in Südafrika das neue Schuljahr beginnt.

Vor zwei Jahren hatte sich der ehemalige Lehrer der Grundschule Sandhorst beim Bundesverwaltungsamt in Köln für den Auslandsschuldienst beworben und war nach einem Auswahlverfahren genommen worden. "Ich suche immer wieder gerne neue Herausforderungen, um nicht in Routine und Stagnation zu verfallen." Nach sieben Jahren Tätigkeit als Konrektor wolle er noch mal die Gelegenheit zur beruflichen Veränderung nutzen, so der 45-Jährige zu seinen Beweggründen, Aurich zu verlassen.

Zudem habe ihn schon immer besonders die afrikanische Kultur und Musik interessiert. So kam dem Pädagogen das Angebot nach Kapstadt zu gehen natürlich sehr gelegen. Aber auch das Klima in Südafrika sei verlockend, gestand Herlyn ein. "Wir werden nächste Woche direkt in den Sommer fliegen."

Seine Frau habe von Anfang an seine Pläne unterstützt und auch die beiden elf- und 13-jährigen Töchter sind gespannt und voller Erwartungen. Sie werden ebenfalls die Schule besuchen, an der der Vater tätig ist. Es eine Art integrierte Gesamtschule bis zur Klasse 13, erzählt Herlyn. Rund 750 Schüler besuchen die Schule, die in privater Trägerschaft ist. Unterrichtet werde überwiegend nach deutschen Richtlinien. Da Schulgeld bezahlt werden muss, stammen die Schüler überwiegend aus gut situierten Familien.

Finanzielle Vorteile bringt der Auslandsschuldienst kaum noch. Das Kassieren von zwei Gehältern, wie noch in den 70er Jahren Praxis, sei längst vorbei, betont der gebürtige Ostfriese. Zum bisherigen Grundgehalt gebe es Zulagen und auch der Umzug werde durch Pauschalbeträge unterstützt.

Für drei Jahre haben die Herlyns erst einmal ihre Zelte in Aurich abgebrochen. Eine Verlängerung des Aufenthalts um zwei Jahre ist möglich. Doch daran denkt Heinrich Herlyn vorerst noch nicht. Jetzt gilt es erst einmal, die neue Arbeitsstelle zu beschnuppern, mit dem Schulsystem in Südafrika vertraut zu werden und sich mit seiner Familie in Kapstadt einzuleben.

Seine Nachfolge als Chorleiter der "Neuen Töne" ist übrigens auch geregelt. Die Kollegen Dita Werkmeister aus Großefehn wird den Chor übernehmen, den Herlyn 15 Jahre geleitet hatte.

Quelle & Online: