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Sie wurde gegründet von Lina und
Hans-Gerhard Gödeken. Lina Gödeken hatte begonnen, die 400jährige
Geschichte der jüdischen Gemeinde in Norden systematisch zu
erforschen und bekanntzumachen. Dies fand seinen vorläufigen
Abschluss mit ihrem Buch "Rund um die Synagoge in Norden",
das im Jahr 2000 erschien und in dem alle noch zu ermittelnden
Meldedaten über die Juden im Bereich der Synagogengemeinde
aufgeführt sind.
Bei Gründung der Arbeitsgruppe im
Jahre 1985 war ein Ziel die Errichtung einer Gedenkstätte am Platz
der Synagoge, die am 9. November 1938 in Brand gesteckt und
vernichtet worden war. Sie befand sich inmitten des einzigartigen
und heute noch erhaltenen Häuserensembles, das das jüdische
Gemeindezentrum bildete.
In einer ersten "Woche der Begegnung" wurde die
Gedenkstätte im Beisein von überlebenden Norder Juden und vieler
Angehöriger im Sommer 1987 eingeweiht.

Gedenkstätte am
Synagogenweg (Platz der Synagoge) in Norden
Seither richtet die Ökumenische
Arbeitsgruppe Synagogenweg alljährlich am 9. November eine
Gedenkfeier aus, an der Norder Bürger teilnehmen. Die Erinnerung an
die 400jährige Geschichte der jüdischen Gemeinde und an die
jüdischen Familien wachzuhalten und Kontakt zu Überlebenden und
ihren Nachfahren zu pflegen, ist ein weiteres Arbeitsziel.
Im Jahr 1990 wurde daher auch ein
Sammelgrabstein auf dem jüdischen Friedhof errichtet. Er trägt die
Namen der neun jüdischen Bürger, die zwischen 1938 und März 1940
dort noch namenlos bestattet worden waren. (Die letzten neun Juden
wurden im Oktober 1940 deportiert.)
Am selben Ort wurde 2005 ein
Mahnmal errichtet, auf dem 196 Namen ermordeter Juden aus dem
Bereich der Norder Synagogengemeinde verzeichnet sind.
Der künstlerische Entwurf ist das Werk des Norder Architekten
Reinhard Schneider und des Norder Künstlers Ricardo Fuhrmann, der
aus Argentinien stammt und Sohn einer vor den Nazis aus Emden
geflohenen jüdischen Familie ist. Das Mahnmal entstand in
dreijähriger enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe.

Mahnmal auf dem
jüdischen Friedhof in Norden
Mit dem Mahnmal ist so ein
Kunstwerk entstanden, das auf ungewöhnliche und eindrucksvolle
Weise die Erinnerung wachhält, den Angehörigen der ermordeten
Juden und den Norder Einwohnern in gleicher Weise einen Ort des
Gedenkens gibt und das Symbol ist für einen neuen Anfang des
Zusammenlebens. So hat auch die Ökumenische Arbeitsgruppe
Synagogenweg für die ‚Spendenaktion Mahnmal' die Worte
"erinnern - gedenken - hoffen" als Leitlinie gewählt.
Die große Bausumme wurde in noch
nicht einmal zwei Jahren aufgebracht. Gegeben haben viele Einwohner
der Stadt und der umliegenden Orte, Kommunen, Schulen und
Kirchengemeinden, welfare clubs und Stiftungen.
Selbstverständlich werden die
Daten zu Personen und Familien weiter fortgeschrieben oder
korrigiert. Für die Zukunft plant die Arbeitsgruppe weitere
Projekte wie z.B. einen Prospekt für eine Stadtführung zu den
Stätten jüdischen Lebens, Unterrichtsmaterial für Lehrer,
Führungen von Schulklassen oder Gruppen zum Friedhof und anderes.
Sie will die Erinnerung an die Juden in Norden bewahren und damit
einen Beitrag leisten zu Toleranz und Frieden.
Almut Holler
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