Sie sind auf der Suche
nach Literatur für Ihren Englischunterricht und blättern wieder mal im
Katalog der Neuerscheinungen? Kurze Katalogtexte zum Inhalt und zum
Autor helfen Ihnen weiter, aber auch das WWW gibt Ihnen schon vor der
eigenen Lektüre viele Hinweise, die eine Auswahl erleichtern. James
Moloneys „Angela“
klingt interessant? Kurzer Klick in die Suchmaschine www.google.com
, Namen des Autors eingegeben und schon finden Sie seine Homepage,
erhalten aber auch Links zu diversen anderen Seiten, zum Beispiel von
australischen Schulen, die seine Romane gelesen und zum Teil auch
Material oder kleine Hypertext-Projekte im Netz veröffentlicht haben.
Ähnliche Resultate erhalten Sie bei anderen neueren Veröffentlichungen
wie „Dear Nobody“, „Seedfolks“ u.a., so dass Ihnen
Entscheidungen und Vorbereitungen erleichtert werden können.
Ich hatte den Roman „Away“
von Jane Urquhart gelesen, wusste nichts über die Autorin und ihr
Renommee und verbrachte einen Nachmittag mit der Webrecherche zu Autorin
und Werk, denn das Thema passte hervorragend in meinen Leistungskurs.
Heraus kam eine Webseite mit allerlei Informationen, auch mit
Kommentaren von anderen Lesern, die bei amazon.com zu finden waren http://www.englisch.schule.de/urquhart.htm:
Diese Webseite präsentierte ich meinem Leistungskurs und bat die Schülerinnen
und Schüler, einen Eindruck zu gewinnen über das Thema des Romans und
die Autorin und zu entscheiden, ob wir ihn im Unterricht erarbeiten
wollten. Die Antwort fiel positiv aus, trotz einer Länge von 350
Seiten. Während der Erarbeitung war das WWW immer wieder hilfreich, um
Orte (Rathlin Island und die dortige Kirche), regionale Sagen (Bruce’s
Cave), historische Zusammenhänge (hedge schools, famine)
zu verdeutlichen und sichtbar zu machen. Das geschah zum Teil durch
Ausdrucke, die an die Wand gehängt wurden, zum Teil durch Webseiten
(vgl. http://www.englisch.schule.de/famine1.htm
), die als Startbasis für Schülerrecherchen dienten.
Neben einer mehr oder
weniger typischen Erarbeitung des Romans gab es dadurch immer wieder
Phasen im Computerraum zur Vertiefung historischer und landeskundlicher
Details. Diese Ergebnisse wurden mündlich vorgetragen, als
Wandzeitungen präsentiert – und zunehmend mehr in verkürzter Form
auf Webseiten zusammengefasst, so dass wir uns auf den digitalen Weg von
der Information zur Publikation machten. Dass dieses Vorgehen in einem
sehr umfangreichen Hypertext-Projekt enden würde, in dem fast eine
eigenständige mediale Form der Präsentation von „Away“ entstand,
war anfangs nicht abzusehen und auch nicht intendiert. Es machte den Schülerinnen
und Schülern einfach Spaß, ihre Texte auf Webseiten zu präsentieren
und durch Bilder und Links zu gestalten. Kapitelzusammenfassungen,
Charakterisierungen, Texte zum Hintergrund und viele Fotos der
Hauptpersonen entstanden dabei: mit Kostümen verkleidete Mitschülerinnen
und –schüler wurden photographiert, die Fotos zum Teil noch künstlerisch
verfremdet, so dass auch visuelle Interpretationen entstanden.
Natürlich wurde dabei auch immer wieder traditionelle
Literaturarbeit praktiziert, aber das Internet wurde zum integralen
Bestandteil der Erarbeitung und Präsentation der Ergebnisse.
Didaktischer Mehrwert
dieser Arbeit
- vielfältige
authentische Informationen wurden im WWW recherchiert und für die
eigenen Schreibprodukte nutzbar gemacht
- „copy
and paste“ diente nur zum Sammeln der Informationen aus dem WWW,
methodisch stand die eigenständige Verarbeitung im Zentrum
- niemand
konnte Webseiten unabhängig von anderen erstellen, denn das Projekt
war inhaltlich nur in Gruppen mit vielen Absprachen zu realisieren
- Kreativität
war bei der Gestaltung der Webseiten gefordert, geschrieben und
gelesen werden musste wesentlich mehr als im ‚normalen’
Literaturunterricht
- feed-back
gab’s nicht nur vom Lehrer, denn alle im Kurs lasen und würdigten,
ergänzten und korrigierten die erstellten Seiten – und viele
andere Interessierte außerhalb des Kurses klickten ebenfalls mit
- ach
ja, diverse Methoden und Techniken der Internetarbeit wurden quasi
nebenbei erworben: gezieltes Suchen, Weiterverarbeiten der
Informationen, Webseiten erstellen, ein Bildbearbeitungsprogramm
beherrschen und mehr.
Die Ergebnisse
sind unter http://www.englisch.schule.de/away.htm
im Netz zu finden – aber das WWW ist nicht nur für ein solches
relativ umfangreiches Projekt hilfreich.
Ebenfalls
Leistungskurs, 12. Jahrgang. Kurslektüre ist „A Good Read:
Contemporary Short Stories from Britain“. Bei mehreren
Kurzgeschichten hilft das WWW beim Einstieg und beim Verständnis
weiter, zum Beispiel
- www.google.com
„thrush poem“ ergibt diverse Gedichte, in denen dieser Vogel
eine wichtige Rolle spielt, wie auch in der zu erarbeitenden
Kurzgeschichte “The Last Thrush” von Glenda Beagan: Gedichte
finden, lesen, verstehen, vortragen, Eindrücke austauschen und
schon sind wir mitten im Thema
- www.google.com
„importance football Scotland“ macht den Schülerinnen und Schülern
deutlich, welche Rolle Fussball in Schottland spielt – und
erleichtert das Verstehen von Uncle Archie in „Away in Airdrie“
von James Kelman: Über den Autor sowie über Airdrie sind im WWW übrigens
ebenfalls sehr gute Informationen zu finden
- „Royal
Smithfield Show“ in die Suchmaschine eingegeben ermöglicht einen
virtuellen Rundgang durch die wichtigste britische Ausstellung
landwirtschaftlicher Geräte, Prince Charles’ Reden zu ökologischer
Landwirtschaft sind unter www.princeofwales.gov.uk
zu finden –und schon ist Rose Tremains Kurzgeschichte „Tropical
Fish“ viel besser zu verstehen und zu bearbeiten: Wie sollen Zwölftklässler
denn wissen, wie es auf einer Ausstellung des Agro-Business
aussieht? Und ganz nebenbei kann auch noch ein Romanauszug von Rose
Tremains „Music and Silence“ gelesen werden, der auf den
Webseiten des Guardian zu finden ist, google sei Dank!
Mehr als 30 Minuten der
Doppelstunden standen für diese (Einstiegs-) Aktivitäten nicht zur
Verfügung: gezielte Recherche, Ergebnisse stichwortartig in der
Textverarbeitung notiert, nur ausnahmsweise ganze Sätze per „copy
& paste“ hineinkopiert – und dann kurze mündliche Präsentationen.
Für den Leistungskurs schon fast Gewohnheit, die Arbeitstechniken
wurden verfeinert, die Themen umfangreicher. Neben der Ergänzung der
literarischen Arbeit standen auch hier Training von Methoden und
Arbeitstechniken im Mittelpunkt, auch als Vorbereitung auf die
Facharbeit. Die konzentrierte sich auf fünf Romane zum Oberthema „migration
– immigration – emigration“, u. a. auf „Daughter of Fortune“
(Allende), „Tortilla Curtain“ (Boyle) und „Joy Luck Club“ (Tan):
Es waren nicht Bibliotheken, die Informationen zu Autoren und Romanen
zur Verfügung stellten, sondern das WWW, erst recht, wenn es um die
Erarbeitung des „immigration“-Themas und die aktuelle Situation
ging. Natürlich finden sich die Ergebnisse zusammengefasst im Internet:
http://www.ulricianum-aurich.de/en22l/first_page.htm
Literatur und WWW ist
nur etwas für die Oberstufe?