Was sind
eigentlich WebQuests?
Der englische Begriff „Quest“
steht für die ritterlichen Abenteuerfahrten, wie sie in der
Literatur des Mittelalters beschrieben werden, bedeutet im
Englischen von heute aber auch eine anspruchsvolle Suche oder
Nachforschung. „WebQuest“ steht für die Lösung von Aufgaben
mit Hilfe von Informationen aus dem Internet. Die „WebQuests"
in ihrer allerorten intensiv praktizierten Form wurden an der
Universität San Diego vor allem von Bernie Dodge seit 1995
entwickelt. Dort stehen natürlich auch alle Informationen,
Beispiele und Muster zur Verfügung: The
WebQuest Page (in englischer Sprache).
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Das didaktische Konzept von
WebQuests
WebQuests ermöglichen durch ihr
didaktisches Konzept
- projektorientiertes Lernen mit
Internet, Multimedia, aber auch traditionellen Medien
- eigenständiges, selbst
gesteuertes und kooperatives Lernen
- Lernen z. B. in Partner- und
Gruppenarbeit, Projektunterricht, Freiarbeit
- Erarbeitung eines
Unterrichtsthemas durch eine gezielte Recherche, die wenige
Unterrichtsstunden, aber auch einige Wochen umfassen kann
- Verwendung von vielen aktuellen
und authentischen Informationen
Die folgende Zusammenfassung stammt
vom Schweizer Pädagogen Heinz Moser, "Lernen
mit WebQuests":
Bei diesem in den USA entwickelten didaktischen Konzept geht es um
das aktive Erforschen von interessanten Fragestellungen, wobei die
Arbeit in Gruppen erfolgt und auf authentischen Texten und Quellen
beruht. Primär sind diese Quellen auf dem Internet zugänglich
und werden dort abgerufen (allerdings kann man natürlich auch
weiteres Material aus Büchern und Zeitschriften, eigene Fotos
etc. benutzen).
WebQuests sind Lernarrangements für den Unterricht, die das
selbständige und autonome Lernen fördern. Die Schüler und Schülerinnen
sollen die Möglichkeit haben, sich mit einem Thema intensiv
auseinanderzusetzen. Ziel soll es zudem sein, dass die Schüler
und Schülerinnen die Ergebnisse ihrer Arbeit wieder auf dem Netz
präsentieren, um andere zu informieren und diese zu eigenen ähnlichen
Aktivitäten anregen. Die Nutzung des Web regt in diesem Sinne
eine „Lernspirale“ an.
Die Überlegungen zur WebQuest-Methode sind durch die Konzepte des
konstruktivistischen Lernens inspiriert worden. Danach ist beim
Lehren nicht die Vermittlung bzw. Einführung eines vorgegebenen
«objektiven» Zielzustandes das Wichtigste; vielmehr sollen die
Schüler/innen angeregt werden, ihre Konstruktionen von
Wirklichkeit zu hinterfragen, zu überprüfen, weiterzuentwickeln
oder zu bestätigen.
Es geht also bei WebQuests weniger darum, ein objektives Bild der
Wirklichkeit lexikonhaft abzubilden. Wichtiger ist es, die
Auseinandersetzung mit dem Thema zu dokumentieren und in eigenständiger
und persönlicher Weise darzustellen. Schüler und Schülerinnen
sollen dadurch veranlasst werden, die Informationen, welche ihnen
auf ihren Lernwegen begegnen, in etwas anderes zu verwandeln: in
ein vernetztes Ganzes, welches die verschiedenen Aspekte
aufeinander bezieht, in einen Vergleich, in eine These, in eine
Wissensdatenbank etc.
Vorgehensweise
Aus diesem Grund werden für WebQuests
(wie sie in der Grundform von Bernie Dodge von der San Diego
Universität entwickelt wurden) folgende Schritte vorgeschlagen:
- Das Thema und sein Hintergrund
sind auf anschauliche Weise einzuführen. Dies kann auch eine
kleine Geschichte sein («Ihr seid mit der Zeitmaschine in die
Zeit der Römer versetzt worden...»).
- Es ist eine darauf bezogene
mach- und lösbare Aufgabenstellung zu formulieren, wobei nach
unserer Meinung die Schüler und Schülerinnen in diesen
Schritt möglichst einzubeziehen sind.
- Es ist eine Anzahl von Quellen
anzugeben, welche helfen, die Aufgabe zu lösen. Dabei handelt
es sich um Hinweise auf Web-Seiten oder weitere Datenquellen,
die benutzt werden können.
- Die Lehrperson berät bei der
Arbeit die Schüler und Schülerinnen und gibt Hinweise, wo
diese nicht mehr weiter kommen.
- Die Resultate der Arbeit werden
von den Schülerinnen und Schülern auf dem Internet
publiziert.
Quelle: Heinz Moser, "Lernen
mit WebQuests"
Zusammenfassend:
"Diese Form des Lernens mit
neuen Medien führt im Idealfall dazu, dass Lernprozesse schülerzentriert
ablaufen und Schüler selbstständiger lernen können. Mit den
Worten von Nicola Döring wird so das traditionelle
Lernparadigma der Stoffvermittlung abgelöst vom Problemlösungs-Paradigma,
das nicht das Lehren, sondern das Lernen in den Mittelpunkt stellt
und den Unterrichtsteilnehmern die Rolle von aktiv Handelnden
zuweist, die sich durch das Bearbeiten und Besprechen von
Fallbeispielen und Projektaufgaben Wissen selbst aneignen (vgl.
Nicola Döring:. "Das WWW im Unterricht. Organisatorischer
Rahmen, didaktische Grundlagen und praktische Beispiele" |mehr
|)." Klaus Fieberg: Das
WebQuest Verfahren (nicht mehr online)
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Mehr
Informationen zu den WebQuests:
Wolf-Rüdiger
Wagner "WebQuest-ein
didaktisches Modell zur Veränderung der Lernkultur" (12
Seiten pdf)
WebQuest
- Ein Konzept für einen sinnvollen Computer- und Interneteinsatz
an Schulen (Sonja Gerber)
Ein "Lernprogramm
WebQuests" (WebQuest-Forum de/ch/at):
Gut geeignet, um sich die Struktur
von WebQuests klar zu machen, die vor allem auf Gruppen- und
Projektarbeit basiert, also einem kooperativen, differenzierten
Vorgehen mit Anfangsaufgaben, Quellenhinweisen und Links. Die
Weiterarbeit und Vertiefung erfolgt individuell und in Kooperation
mit den Gruppenmitgliedern. Vielfältige Präsentationen
(nicht nur digitale) und Evaluationen von Ergebnissen und
Methoden perfektionieren WebQuests, deren Bewertung von
vornherein offen gelegt wird.
"WebQuests
im Fremdsprachenunterricht": Ein Kurzinfo zu WebQuests mit
Beispielen aus anderen europäischen Fremdsprachen (Spanisch,
Englisch, Französisch) von Wolfgang Steveker auf dem
Bildungsserver lehrer-online
Wolfgang Steveker (2001): Selbstständig
lernen mit WebQuests:Möglichkeiten zur Förderung des
selbstständigen Arbeitens und das Problem des Sprachzuwachses im
Rahmen einer WebQuest zum Thema "Andalucía" in einem
Grundkurs 12 Spanisch. Lesenswerte Auszüge aus einer
Staatsexamensarbeit.
Lernprogramm
des Heidelberger Instituts Beruf und Arbeit (HIBA)
[für die berufliche Bildung gedacht,
nett gemacht] >>hin
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Beispiele aus dem Deutsch als
Fremdsprache Unterricht:
Kolumbien:
Antje Rüger: WebQuest "Große Namen 2005" | WebQuest|
aus Italien:
"WebQuest Berlin" -Ein WebQuest für die Klassen 4.
und 5. A Linguistico Brocca entwickelt von Anna Maria Curci | WebQuest|
"Auf nach Wien" - Ein
WebQuest für die 3. Klasse E.R.I.C.A.A. von R. A. R.A. Bolognini/Verbania
| WebQuest
| und weitere
"Reiseland Deutschland" für eine 13. Klasse von
Marina Pietra, Mailand
| WebQuest
|
aus
der (italienischsprachigen) Schweiz:
"Dein Lieblingstier" -
Ein WebQuest in deutscher Sprache für die zweite Klasse der
Tessiner Scuola Media (Niveau A1-A2) | WebQuest
|
mehr
Beispiele (auch für andere europäische Fremdsprachen): Babylonia’s
Auswahl von WebQuests
"GenTech
AG" - Ein WebQuest zu den Anwendungsfeldern der
Gentechnologie für fortgeschrittene und/oder erwachsene Lerner
aus Kanada:
Carolin Mattice : "The
Ultimate German Vacation" (mit Arbeitsanweisungen in engl.
Sprache) | WebQuest
| - (zwar von 1999, aber gut den Prinzipien der WebQuests folgend,
vgl. z. B. Evaluation)
|