Schülerrolle
 traditionelle
Schülerrolle
autonomer
Lerner
ein aside
Lernen
lernen
& Lerntechniken
alles
anders als bisher?
Literatur

Traditionelle Schülerrolle
Als was haben wir
Schüler eigentlich in der eher traditionellen Konzeption
von Englischunterricht gesehen? Als willfährige
Empfänger von Vokabeln und Grammatikregeln, die wir
ihnen per Trichter ins unmündige Hirn gießen? Wohl
kaum. Als Individuen mit individuellen Bedürfnissen
und Lernfähigkeiten sicher eher, denen wir -wenn auch
nicht unbedingt immer differenziert- Interesse am
Englischlernen ebenso zu vermitteln versuchen wie die
Basiskenntnisse, die Sprache nun mal ausmachen, wobei wir
uns eigentlich immer der Bedingtheiten und/oder negativen
Begleitumstände bewusst sind.
"Schon die schulischen
Rahmenbedingungen (u.a. der 45-Minuten-Takt als
Lerneinheit, der Gleichschritt der Pausen für alle
Schülerinnen und Schüler einer Schule, die
standardmäßige frontale Sitzordnung u.a.m.), aber
auch die Gestaltung der einzelnen Unterrichtsstunden
(Steuerung durch das Schulbuch bzw. die inhaltlichen,
methodischen und organisatorischen Vorplanungen des
Lehrers oder der Lehrerin) bewirken, dass die
Lernenden -zumeist im Frontalunterricht-
fremdbestimmt werden, dass ihre Motivation zum
Englischlernen gemäß Stundenplan z. B. montags von
9.40 Uhr bis 10.25 Uhr und mittwochs von 11.20 Uhr
bis 12.05 Uhr vorhanden zu sein hat" (Rampillon
1997, 68).
Dennoch ist es schon
interessant, dass in den letzten Jahren in der
Fremdsprachendidaktik ein ziemlich rapider Umdenkprozess
oder gar ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der Lernerrolle und dem
schulischen Fremdsprachenlernen überhaupt stattfindet,
der sich in Teilen langsam in schulischer Praxis
niederschlägt: Hier ist allerdings auffällig, dass im
Primarbereich die Umsetzung von autonomen Lernverfahren
intensiver vonstatten gehen, als das im traditionellen
Fremdsprachenunterricht der Sek I zu beobachten ist,
natürlich zu differenzieren nach Schulformen,
Bundesländern und überhaupt!
Die Perspektive
verändert sich: weg vom Schüler als Objekt von
Lehraktivitäten, hin zum Schüler als Subjekt eines (ja
nicht nur fremdsprachlichen) Lernprozesses.
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Autonomer Lerner
Natürlich nicht nur
im Zusammenhang mit den Neuen Technologien, sondern
aufgrund vielfältiger veränderter gesellschaftlicher
und bildungspolitischer Realitäten und Anforderungen an
Schule ist der Begriff des "selbständigen
Lernens" ebenso trendy wie der der
"Erziehung zur Selbständigkeit" mit allen
Implikationen.
Da ist es nur
konsequent, wenn sich Lernen am Lerner orientiert:
"Wenn sich das selbständige
entdeckende Lernen und der
subjektiv-konstruktivistische Wissenserwerb
durchsetzen, wird der fremdbestimmte Lernort Schule
völlig neu zu organisieren sein. Das Klassenzimmer
wird zu einer Lernwerkstatt, in der die Schüler selbständig den
Lernstoff entdecken" (Kleinschroth 1996, 173).
Vor allem die
konstruktivistischen Ansätze fordern einen
Perspektivenwechsel hin zum autonomen Lerner, den sie mit
Erkenntnissen aus anderen Wissenschaftsbereichen
hinsichtlich des Lernens und seiner Abläufe belegen:
"Lernen wird als eine aktive
Tätigkeit gesehen, die vom Lernenden selbständig
durchgeführt werden muss. Der Lernende konstruiert
sich sein Wissen aus den angebotenen Informationen -
Lernen wird als 'kreativer Konstruktionsprozess'
gesehen" (Wolff 1997, online).
"Wenn Lernen als autonomer,
kreativer Konstruktionsprozess verstanden wird, wie
es die konstruktivistische Lerntheorie tut, dann
können Verarbeitungs- und Lernprozesse nur beeinflusst werden, indem man Lernenden Hilfestellung
bei der Wissenskonstruktion gewährt. Andere Formen
der Beeinflussung des Lernprozesses scheiden
aus" (Wolff, 1996, 53).
Rüschoff folgert aus
der Notwendigkeit einer Reform der Schule für das 21.
Jahrhundert eine Schule
"... als Haus des Lernens, in dem
für Lernende Strategien und Handlungskompetenzen
für eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit und
Aufbereitung von Wissen erfahrbar und erwerbbar
sind..." (Rüschoff 1996, online).
Dem stimmt Dietmar
Rösler wohl auch zu wenn er feststellt, dass eine
ausführlichere Auseinandersetzung "als bisher mit
der Bedeutung der Selbststeuerung für das
Fremdsprachenlernen" notwendig ist:
"Solange es noch für normal
gehalten wird, dass man Sprachen in Schulen am besten
über viele Jahre in kleinen Häppchen lernt, nicht
integriert in reale und virtuelle Begegnungen und
nicht verbunden mit den Sachen, die man in anderen
Fächern aufnimmt, kann man gar nicht genug über
alternatives selbstbestimmtes Sprachenlernen
nachdenken" (Rösler 1998, 8).
Und was machen
Schüler im Englischunterricht in einer veränderten
Schul-, Lern-, Unterrichtssituation, wenn wir denn noch
von Unterricht sprechen können?
Wolff skizziert u.a.
die folgenden Merkmale für fremdsprachliche
Klassenzimmer, "die dem didaktischen Konzept der
Lernerautonomie verpflichtet sind" (Wolff 1997,
online):
Arbeit in Kleingruppen;
Ergebnispräsentation durch Posters
Gruppenarbeit wird unterstützt durch
Bereitstellung von Materialien (Produkt- und Prozessmaterialien)
jeder Lerner führt ein persönliches
Tagebuch
die Fremdsprache ist die einzige
Sprache im Klassenzimmer.
-

So weltbewegend
scheinen mir diese "Merkmale" allerdings nicht
zu sein, denn solche Lern-/Arbeitssituationen sehe ich im
Unterricht häufiger - nur das Lerner-Tagebuch"
nicht, das im Zusammenhang mit dem "Lernen
lernen" eine wichtige Rolle spielt.
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Das
Lesen - Hören - Handeln - Phänomen....
E-Mail von
Joerg Steinhaeuser <joerg@palindrom.de>
26-04-2001
"Von Zeit zu Zeit begegnet man Statistiken, die
aussagen, dass man einen Lerngegenstand, ein beliebiges Faktum quasi, nur zu 20% behält wenn man
darüber liest, zu 40% wenn man darüber hört, zu 60% wenn man liest und hört
und zu 80% wenn man ihn handeln erfährt. Das ist zwar sehr undifferenziert,
hört sich aber schon seit Jahrzehnten sehr plausibel an und wird
genauso wenig in Frage gestellt, wie die vermeintliche Tatsache, dass Spinat
viel Eisen enthält.
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