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Fehlerkorrektur

Das Lernen im Kontakt mit anderen hat auch Konsequenzen auf den Umgang mit Fehlern. Hier muß bei den Schülern in Zukunft stärker bewußt gemacht werden, daß in der Gruppe nicht nur inhaltliche Aspekte, sondern auch sprachliche Probleme gesehen, besprochen und korrigiert werden müssen. Da die Schüler selbstreguliertes Lernen wenig gewohnt waren, verließen sie sich darauf, daß sprachliche Fehlerkorrektur die Domäne des Lehrers ist. Es wird hieran deutlich, daß eine Lerngruppenanalyse kritischer als das in dieser Arbeit geschehen war die Vorerfahrung der Schüler in Bezug auf kollektives Lernen feststellen muß, um entsprechend differenzierte Anleitungen zum Arbeitsstil im allgemeinen und der Durchführung von Fehlerkorrekturen im besonderen geben zu können.
Die Fehlerkorrektur durch den Lehrer geschah in dieser Reihe nur unbefriedigend. Dies insofern, da zum einen einige Korrekturvorschläge von mir an die Schüler während ihrer Arbeit am Computer gegeben wurden - die Schüler korrigierten dann direkt am Bildschirm eher motorisch, nahmen den Fehler kognitiv kaum wahr. Ein Korrigieren im Computerraum "über die Schulter", zu dem man als Lehrer dort leicht verleitet wird, führt nicht zu einem Fehlerverständnis beim Schüler, sondern nur zu fehlerfreien Texten. Andere Fehler in den Schülertexten wurden von mir an den in den Computer eingegebenen Texten allein vorgenommen und im Plenum als typische Fehler aufgegriffen, zum Beispiel s-Genitiv und die angemessene Zeitform zur Nacherzählung von Ereignissen. Diese Art des Umgangs mit Schülerfehlern gab den individuellen Schülern aber keine Rückmeldung über ihre ganz persönlichen typischen Fehler.
Eine Möglichkeit der individuellen Fehlerkorrektur durch den Lehrer im Kontext der digitalisierten Texte wäre in zukünftigen Vorhaben möglicherweise die folgende: Der Lehrer korrigiert die Schülertexte am Computer, indem die Textverarbeitungsfunktion "Überarbeiten" genutzt wird.
Der Schüler erhält den Computerausdruck, übernimmt die Korrekturen in seinen Text und formuliert seine Fehler als grammatische Sachverhalte mit entsprechender Regel- in diesem Fall: "Fehlender Gebrauch des s-Genitiv. Regel: ...", etc. Beim Schüler könnte dieser Umgang mit der Computerkorrektur des Lehrers ein Bewußtsein für seine typischen Fehler wecken.



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