Reinhard Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft
 

Medienpädagogische Aspekte

Vorbemerkung
Medienpolitik - Bildungspolitik
Medienkompetenz - Medienerziehung
Multimedialernen - Mediendidaktik
Literatur
 
 
 

 

Vorbemerkung

Die Veränderung des Englischunterrichts durch die Integration des Internet hat immer auch eine medienpädagogische Dimension, die als Lernziel oder Kompetenz bedacht werden sollte. So langsam kommt die traditionelle Medienpädagogik auch dahin, das Internet nicht einfach nur als ein ähnliches Medium wie das Fernsehen und Videos zu betrachten, sondern seine pädagogischen Möglichkeiten deutlich zu machen:

"Letztlich geht es nämlich bei der Frage nach dem
Einsatz des Computers in den Schulen nicht einfach um ein weiteres technisches
Mittel. Vielmehr wird die Schule den Anschluss ans Informationszeitalter nur dann
finden können, wenn sie sich selbst verändert."

Ansätze aus der Medienpädagogik, wie sie hier als Spots wiedergegeben sind, sind schließlich auch als Basis für fachdidaktische Konzepte des Englischunterrichts bedenkenswert oder finden sich darin auch wieder, so daß sich eine intensivere Beschäftigung mit den Positionen aus verschiedenen Perspektiven anbietet.

Erfreulich: Die aktuellen Tendenzen sind in den Online-Ausgaben von medien praktisch gut nachzuvollziehen.

 

Medienpolitik - Bildungspolitik

Wissenschaftsminister Rüttgers (1997):

"Eine Ära geht zu Ende. Das muß auch die Schule lernen und lehren." Lernen in der Medienwelt - die Position von Bundesbildungsminister Jürgen Rüttgers

 

Und was sagt die neue Bildungsministerin 1999 dazu?

"Unsere Jugendlichen wachsen in eine neue Welt hinein, die durch eine Fülle von Informationen und neue Kommunikationstechniken geprägt ist. Es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, hier Freiräume zu schaffen und ihre Kreativität und Eigenverantwortung zu fördern."

"Mein Ziel ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, daß Deutschland im Bereich des computergestützten Lernens und Lehrens weltweit in eine Spitzenposition hineinwächst. Dabei müssen die neuen Möglichkeiten des Internet voll ausgeschöpft werden."

Edelgard Bulmahn,
Stuttgart (didacta) 1. März 1999

 

P.S.: Ob eine Ära zu Ende geht, hätte der Bundespräsident in seiner angeblich programmatischen bildungspolitischen Rede ja auch mal thematisieren können - hat er aber nicht: Die Feststellung "Keiner von uns weiß, wie die Welt von morgen aussehen wird. Wir können nur ahnen, was durch die modernen Kommunikationsmedien und Informationstechnologien entstehen wird" zeugt nicht gerade von aktuellem Gestaltungswillen einer von Menschen gemachten Technologie.

Rede von Bundespräsident Roman Herzog auf dem Berliner Bildungsforum am 5. November 1997 im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt

Prof. Dr. Peter Glotz: "Medienpolitik als Wissenschafts- und Bildungspolitik":

Auszug:
"Daß unseren Kindern "Computer- and Media Literacy" verweigert wird, ist falsch; es ist die "Bildungskatastrophe" der neunziger Jahre. Im angeblich mythischen Jahr 2000 werden rund vierzig Prozent der Berufstätigen ohne die Beherrschung der Telematik nicht mehr auskommen. Wir aber fertigen die junge Generation ab: Lernt bei Nintendo, was ihr braucht."

Prof. Dr. Herbert Kubicek (1995), Universität Bremen: Referat "Die Rolle der Schule auf dem Weg in die Informationsgesellschaft"

Auszug:
"Ohne breite technische und inhaltliche Qualifizierung von Anbietern und Nutzern elektronischer Informationssysteme, die eingebettet ist-in eine breitere Bildungsoffensive, werden wir unseren wirtschaftlichen Wohlstand nicht halten und die immer schon vorhandenen Kluft zwischen Informationsarmen und -reichen nur noch weiter vergrößern. Die politische Herausforderung geht dabei weit über den Schulbereich hinaus."
Prof. Dr. Klaus Haefner (1997), Universität Bremen
"Die Schule verschläft die Zukunft" (STERN Nov. 97)
Auszug:
"Das Bildungswesen macht Dienst nach Vorschrift und kümmert sich überhaupt nicht um die Realität der computerisierten Gesellschaft. Die Lehrer und Bildungspolitiker tun so, als ob alles so wäre wie vorgestern. Wer aus diesem Bildungssystem in die reale Welt tritt, wird ernste Schwierigkeiten haben, sehr innovationsfähig zu sein. Das ist schlicht eine Katastrophe und ein wesentlich höheres Standortrisiko als hohe Löhne und was sonst diskutiert wird."

 

Medienkompetenz - Medienerziehung

Hartmut von Hentig (1997):