Reinhard Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft
 
Projektbericht:
WWW-Nutzung im Englischunterricht
Projektidee
Rahmenbedingungen
Praxisprobleme
Die WWW-Projekte
Vorläufige Zusammenfassung

Projektidee

Das Gymnasium Ulricianum verfügte zum Zeitpunkt der Antragstellung über langjährige Erfahrungen im Einsatz der Neuen Technologien im Englischunterricht, vor allem bei der Realisierung von E-Mail-Projekten und bei der Erstellung einer englischsprachigen Tageszeitung im Rahmen des International Newspaper Day.

Ziel des Modellprojektes sollte es sein, neben der Nutzung des WWW für den Englischunterricht vor allem auch mit dem Einsatz von CUSeeMe-Technologien eine Erweiterung der traditionellen E-Mail-Projekte zu erproben: Neben der ergänzenden WWW-Recherche sollten auch mündliche Kommunikationsanlässe online in der Fremdsprache in diese Projekte einfließen.

Der Projektantrag wurde von mir gestellt, aber von engagierten Englischkollegen und der Schulleitung vorbehaltlos unterstützt.

 

Rahmenbedingungen

Im Zusammenhang mit der Förderung als Modellschule ergab sich die Notwendigkeit einer Neuausstattung mit zeitgemäßer Hardware. Diese wurde finanziert durch das Europahaus Aurich, einem lokalen Bildungsträger vor allem in der Erwachsenenarbeit. Gegen entsprechende Nutzungsrechte wurde das ehemalige Regionale Computerzentrum Aurich neu ausgestattet und wird nun sowohl vom Europahaus, dem Regionalen Pädagogischen Zentrum und dem Gymnasium Ulricianum genutzt. Dadurch steht uns ein multimediafähiger Computerraum zwar nicht permanent zur Verfügung, aber dennoch häufig genug.

Zwei weitere Computerräume sind in der Schule vorhanden, allerdings ohne Internetzugang und mit 386ern und 486ern ausgestattet. In Vorbereitung ist ein Fachraum "Fremdsprachen", ausgestattet mit fünf Multimedia-Pentiumrechnern und Internetzugang, finanziert durch Sondermittel aus dem Nieders. Kultusministerium. Dadurch entsteht eine Möglichkeit der Internetnutzung im Fachunterricht (Lernort Internet), die ich schon fast für ideal halte: Eine vernetzte Lernwerkstatt, in der das Internet im Rahmen eines handlungs- und projektorientierten Unterrichtes als eines von vielen Medien neben Büchern, Videos etc. genutzt werden kann.

Unser Multimediaraum verfügt über 11 Pentiumrechner, die unter Novell vernetzt sind. Der Zugang zum Internet erfolgt von allen Rechnern über einen von san gesponserten Kommunikationsserver auf Linux-Basis.

Prinzipiell ist damit eine gute Arbeitsgrundlage gegeben, in der Praxis zeigen sich aber bis heute ungelöste Probleme:

  • der Providerzugang sollte anfangs über T-Online laufen, war aber technisch nicht realisierbar, weil sich irgendwelche Konfigurationen gegenseitig ausschlossen
  • zur Zeit noch Zugang über Emsnet: seit fünf Monaten haben wir die Möglichkeit, kostenlos (bis auf die Telefonkosten) über das EWE-Netz (EWE-TEL) und eine 10MB-Leitung im Internet zu arbeiten, allerdings ist an der Schule bislang keiner in der Lage, die entsprechende Konfiguration einzurichten
  • daher ist zum Beispiel unsere Homepage noch nicht im Netz, weil immer darauf gewartet wird, daß wir endlich den seit Monaten angestrebten dauerhaften Providerzustand realisieren können

aktualisiert: Das ist seit Juni 1998 endlich anders, wir haben eine Homepage des Ulricianums im Netz.

  • individuelle E-Mail-Adressen konnten an Schüler bislang ebenfalls noch nicht vergeben werden: Dies soll mit dem endgültigen Providerzugang schnellstmöglich realisiert werden.
 

Praxisprobleme

Ich erlebe in der Praxis ein zentrales Problem (und das nicht nur an meiner Schule): Je zeitgemäßer die schulischen Computerräume ausgestattet sind, desto "pflegeintensiver" sind sie auch: Netzwerke brechen relativ häufig zusammen, Server wollen "gepflegt" werden, Konfigurationen wie z. B. Mail- und Newszugang müssen verändert werden etc. Was selbst in kleinen Betrieben an Servicefirmen ausgelagert wird, soll in Schulen von Informatikern oder Technikern nebenbei mit erledigt werden, natürlich ohne Entlastungsstunden. Das ist meines Erachtens nach eine absolut mangelnde Professionalität, die nur durch entsprechende manpower-oder outsourcing-Lösungen verändert werden kann. Hier allerdings schlägt die Bildungsarmut des vermeintlichen Hochtechnologiestandortes Deutschland zu.

Für meine Internet-Unterrichtspraxis und die meiner Kolleginnen und Kollegen bedeutet dies eine ständige Unsicherheit, ob der Computerraum nutzbar ist oder nicht. Meist ist die technische Zuverlässigkeit nur gegeben, weil sich ein Schüler des 12. Jahrgangs immer wieder extrem hilfreich betätigt, was hart am Rande der Ausnutzung stattfindet!

 

 

Die WWW-Projekte: Unterricht und AG

Im Rahmen der Förderung als Modellschule sind vor allem zwei WWW-Projekte im Englischunterricht von mir realisiert worden. Grundlegendes Prinzip war es, diese Projekte in den normalen Unterricht einzubetten und zu zeigen, daß das WWW ein sehr sinnvolles additives Medium zu den bisher genutzten sein kann. Ausgehend vom Lehrbuch wurden Themen durch WWW-Arbeit ergänzt, wobei die Englischstunden genutzt wurden, zum Teil aber auch Doppelstunden (auf Tauschbasis) geschaffen wurden, um mehr Zeit zum Arbeiten im Netz zu haben.

WWW-Unit 1: Music-groups on the Web

Diese WWW-Einheit sollte an die Individualinteressen der Neuntklässler anknüpfen und den multimedial aufbereiteten Fundus an aktuellen und authentischen Informationen über englischsprachige Musikgruppen im WWW nutzen. Nach entsprechenden Recherchen wurden die Ergebnisse per Textverarbeitung aufgearbeitet und in group-files zusammengefaßt. Von den Schülerinnen und Schülern geschriebene eigene Songtexte