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- Web-Unit 1:
Northern Ireland
- First
approach 1996
Unterrichtssituation
Gruppen-Recherche:
Zeitungsartikel
didaktischer Mehrwert
der WWW-Recherche
Aktuelles
zwischendurch: Partnerarbeit
Studienfahrt Irland
& das WWW
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Northern Ireland

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- Unterrichtssituation
- Englischleistungskurs 12.
Jahrgang Anfang 1996: Das Kursthema ist Irland,
nicht zuletzt als Vorbereitung auf eine
Studienfahrt im August 1996 nach Belfast und
in die Republik Irland. Die Situation ist
günstig, denn der Nordirland-Konflikt
scheint zwar nicht einer Lösung, aber doch
einer Beruhigung zuzustreben. Seit über
einem Jahr hält sich die IRA an ihren
Waffenstillstand, und zwischen London und
Dublin laufen Planungen für Gespräche über
einen veränderten politischen Status für
Nordirland, die durch die Vermittlung von
Bill Clinton in Bewegung gekommen sind. Also
Unterricht wie üblich: Eine Textsammlung mit
Informationen über Geschichte und Kultur
Irlands und Nordirlands, zwischendurch
aktuelle Texte aus den amerikanischen
Nachrichtenmagazinen TIME und NEWSWEEK. Texterarbeitung
nach gewohnter Methode: Lesen, Fragen zum
Inhalt, Wortschatzarbeit, schriftliche
Zusammenfassung, zwischendurch kurze Partner-
oder Gruppenarbeitsphasen, Ergebnissicherung.

Anfang
Februar 1996
kündigt die IRA ihren Waffenstillstand auf, am 9. 2. explodiert eine Bombe in den Londoner
Docklands: 2 Tote, 100 Verletzte, 150 Millionen DM
Sachschaden.
Am nächsten Tag schneller
Blick ins WWW: http://www.irish-times.ie, die URL der irischen Tageszeitung.
Dort finden sich elf Artikel zum Bombenanschlag der
IRA: der Hauptartikel über die Explosion wird
ergänzt durch Hintergrundinformationen, Analysen,
Kommentare, eine Chronologie des Waffenstillstandes
und durch Stellungnahmen der englischen und irischen Premierminister,
des Sinn Féin Vorsitzenden Gerry Adams sowie die
offizielle Begründung der IRA für die Beendigung
des Waffenstillstandes.
Foto: Gerry Adams
Ausgedruckt sind das 15 Seiten
aktuelles, authentisches Material. Die englische
Darstellung der Ereignisse ist der Online-Ausgabe des
Daily Telegraph zu entnehmen, die amerikanische findet
sich in USA TODAY.
Mehr als 20 Seiten sind mittlerweile ausgedruckt. Die
vier interessantesten Artikel kopieren und in vier
Gruppen in der nächsten Doppelstunde bearbeiten
lassen? Den Hauptartikel von allen lesen lassen und
gemeinsam besprechen? Zum wiederholten Male käme der
Englischlehrer mit handouts in den Unterricht,
Material also, das -aus Schülerperspektive
jedenfalls- irgendwo herkommt und dem auswechselbaren
Zweck dient, authentische Texte inhaltlich zu
erschließen und am Schluß zehn neue Vokabeln als
sprachlichen Zugewinn und für alle zu lernen an der
Tafel aufgelistet zu haben. Englischunterricht in
Zeiten der Informationsgesellschaft?
Informationshäppchen aus der Hand des Lehrers zur
Speisung der Wißbegierigen, die doch schon alles zu
wissen vermeinen? Schluß mit der Wissensfütterung,
geht doch mal selbst auf Nahrungssuche!

Gruppenrecherche:
Zeitungsartikel
Kurzes brain-storming:
"What happened in London during the
weekend?" Stichwortartiges Sammeln der
Ereignisse in den Londoner Docklands, dann:
"Lets get some detailed information by
help of the World Wide Web!"
Vier Gruppen
im vernetzten Computerraum mit WWW-Zugang von allen
Geräten über einen Kommunikationsserver, so daß
alle im Netz recherchieren können. Aufgabe für die
Gruppen: Sucht die Euch wichtig erscheinenden Artikel
heraus und druckt sie aus. Vorgegeben werden die drei
oben genannten Adressen, um zeitraubendes Suchen
durch die Suchmaschinen zu vermeiden. Eine Gruppe
soll bei der Irish
Times recherchieren,
jeweils eine bei
USA TODAY und beim Daily
Telegraph. Eine weitere
Gruppe erhält die Adresse des Belfast Telegraph, einer Tageszeitung in Ulster.
Ergänzend könnten auch die
Adressen der wöchentlich erscheinenden Zeitungen
AnPhoblacht/Republican News und Andersonstown News zur Verfügung gestellt werden.
Die Schüler
müssen jetzt in der Gruppe entscheiden, welche
Artikel sie bearbeiten wollen, denn alle
auszudrucken, würde wenig Sinn machen. Da in vier
Gruppen gearbeitet wird, ist ohnehin mit
unterschiedlichen Texten zu rechnen. Nach der
Recherche mit den Ausdrucken zurück in den
Klassenraum. Dort lesen die Gruppen ihre Texte
sorgfältig, erarbeiten den Inhalt, besprechen ihn
miteinander, unterstützen sich dabei gegenseitig und
schreiben lernenswerte Vokabeln heraus. Am Schluß
der Doppelstunde tragen die Gruppen ihre Erkenntnisse
vor, vergleichen die Darstellungen der verschiedenen
Zeitungen bzw. Artikel und fassen die Ergebnisse
zusammen, wobei auf eine Auflistung der sinnvollen
neuen Vokabeln an der Tafel nicht verzichtet wird.

Was
ist an dieser Stunde anders? Die Schüler haben
- sich die aktuellen
Informationen durch unterschiedliche
Textsorten aus englischsprachigen
Tageszeitungen selbst beschafft,
- in der Gruppe festgelegt,
welche der vielen angebotenen Texte für sie
in ihrer Lern- bzw. Wissenssituation am
sinnvollsten sind,
- die Texte gemeinsam
erarbeitet und sich dabei gegenseitig
inhaltliche und sprachliche Hilfen gegeben,
- sich die
Informationstechnologien gezielt für ihren
individuellen Lernprozeß nutzbar gemacht.
Und so soll
der Englischunterricht in der Oberstufe nun immer
ablaufen? No way, aber wenn es im Unterricht
um aktuelle (landeskundliche) Informationen geht, ist
das WWW unglaublich sinnvoll. Das zeigte sich zum
Beispiel wenige Monate später, am 16. Mai 1996:
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