Reinhard Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft
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Schule & Informationsgesellschaft zwischen 1997 und 2001
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Schule & Informationsgesellschaft - Kompatibilitätsprobleme...

1997:

Es tut sich viel in deutschen Landen: Internet, World Wide Web, Schulen ans Netz, Informationsgesellschaft und Multimediatechnologien sind Stichwörter, die durch alle Medien schwirren. Bedingungslose Befürworter der schulischen Nutzung des Internet verheißen eine prompte Informationsbeschaffung, quasi information-on-demand, während kulturpessimistische Kritiker dräuend den Finger erheben und auf die Unvereinbarkeit von Lernen und digitaler Datenautobahn verweisen.

Befürworter

DIE ZEIT 19.09.1997: "Eine Ära geht zu Ende. Das muß auch die Schule lernen und lehren." Lernen in der Medienwelt - die Position von Bundesbildungsminister Jürgen Rüttgers

Kritiker

DIE ZEIT 19.09.1997: "Der Computer ist nur Knecht. Er darf nicht zum Schulmeister werden." Lernen in der Medienwelt - die Position des Pädagogen Hartmut von Hentig

 

Kaum haben die deutschen Printmedien in jahrelanger Schreibarbeit Deutschland als Entwicklungsland der Informationstechnologien dargestellt, das Bildung in Zeiten der Datenströme ohne Computereinsatz stattfinden läßt,

da mehren sich auch schon wieder die medialen Entzauberer des digitalen Klassenzimmers, das sie gerade noch gefordert haben.

DIE ZEIT 18.04.97: Computer und Schule (I): Wie sollen Kinder in der Medienwelt lernen? Pädagogen, Programmierer und Politiker streiten über Mittel und Wege.

DIE ZEIT 25.04.97: Computer und Schule (II): Das surfende Klassenzimmer: Ein Gymnasium in Gütersloh experimentiert mit Multimediatechnik. Die Motivation ist groß, die Lerneffekte sind noch unbekannt.

DIE ZEIT 09.05.97: Computer und Schule (III): Das elektronische Klassenzimmer made in USA : Das Internet gehört in vielen Schulen der Vereinigten Staaten schon zum Alltag. Aber auch das Lernen am Bildschirm kann die amerikanische Bildungsmisere nicht beenden.

Bei allem Respekt vor der journalistischen Arbeit und der Erzeugung eines öffentlichen Drucks: Überzeugender sind für mich die pädagogischen und vor allem (fach-)didaktischen Ansätze. Hier möge der Artikel "Schulen ans Netz: Top oder Flop?" von Heinz Moser stellvertretend für viele lesens- und bedenkenswerte Anregungen stehen. Moser weist überzeugend darauf hin, daß es vor allem die "Veränderung des schulischen Lernens" ist, die über Erfolg oder Mißerfolg der Internetnutzung in der Schule entscheidet. Dem kann ich nur zustimmen!

"Elemente wie Wochenplanunterricht, Projektarbeit oder Werkstattunterricht etc. erscheinen als Rahmenbedingungen für einen solchen Unterricht unverzichtbar, da sie einen flexiblen Einsatz der Geräte erlauben. Sie unterstreichen das Prinzip, dass Lehrer mehr Lernbegleiter sind wie Pauker des alten Typs. Die Schüler eignen sich ihre Umwelt selbständig an, wobei ihnen jene Mittel - darunter auch der Computer - zur Verfügung gestellt werden, die sie zu diesem Zweck benötigen."

aus: Heinz Moser - "Schulen ans Netz: Top oder Flop?"

 

Am Ende des Jahres 1997 hält Bundespräsident Herzog seine vielbeachtete Rede (wie es so schön heißt): Aufbruch in der Bildungspolitik (Berlin, 5. November 1997).

Was daraus geworden ist, kann im April 1999 anlässlich des Bildungskongresses in Bonn nachgelesen werden, auf dem der Bundespräsident eine weitere programmatische Rede hält.

Erfreulicherweise ist zumindest bildungspolitisch und publizistisch einiges passiert, was im Frühjahr 1999 deutlich wird. Nun sind wir aber dran!

Schulen ans Netz

Durch Schulen ans Netz, die gemeinsame Initiative von Deutscher Telekom AG und Wissenschaftsministerium haben Tausende von Schulen einen sanft subventionierten Zugang zur Datenautobahn erhalten. Diese Form der Anschubfinanzierung ist bitter nötig, auch wenn sie anfangs nur stockend in den Schulen ankam, häufig nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war und ist und Kritik an der Umsetzung aus der Perspektive der Vordenker dieses Projektes nicht unbeachtet bleiben sollte:

"Fazit: Die Bildungsinitiative hat pädagogische Komponenten bisher vernachlässigt. Will man dem Vorwurf begegnen, daß sich "Schulen ans Netz" nur auf Technik und im wesentlichen auf die Installation von ISDN-Anschlüssen, die Gewährung von "Gebührenfreiheit" sowie die kostenlose Nutzung von T-Online beschränkt, also zu einem Werbegag der Telekom geworden ist, besteht noch großer Handlungsbedarf.

Professor Dr. Rainer Busch ist Urheber der Bildungsinitiative "Schulen ans Netz".
SPIEGEL ONLINE 23/1997"

Mein Bericht nach einem Jahr als Modellschule

Alles nur eine digitale Seifenblase? Nein, aber es gilt, aus der medialen Hype die Luft herauszulassen und zu zeigen, wozu das Netz der Netze in der Schule nutzbar sein kann. Das soll unter anderem am Beispiel von Web-Units deutlich gemacht werden, aber auch durch Überlegungen zur Veränderung des Englischunterrichts durch den Einsatz des WWW.

Seit 1998 hat Schulen ans Netz sein Angebot um Lehrer Online erweitert. Hier geht es endlich um Inhalte, Diskussionen, Praxis und Unterricht, Konzepte und Foren, aber noch braucht es mehr Mithilfe und Beteiligung von Aktiven.

 

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Englischunterricht in der Informationsgesellschaft

© Reinhard Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft 1997 ff. - Stand: 18-03-2001