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Kernlehrplan & Kompetenzerwartungen
Auf der Basis der aktuellen Entwicklung
hin zu Kerncurricula und Kompetenzen haben Kurt Ludwigs und Wolfgang
Uppenkamp eine exemplarische multimediale Unterrichtseinheit zum Thema
"Child Labour" für den 8. Jahrgang erstellt, die ich für
absolut vorbildlich halte, denn
- sie dockt inhaltlich und methodisch,
besonders aber medial an den Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans
Englisch NRW an und ist damit die erste Arbeit dieser Art.
- Zum ersten Mal wird Schülern die
Kombination von Onlinewörterbuch (zum Erstellen eines Textes) und
der englischsprachigen Version von Google (zum sprachlichen
Überprüfen der eigenen Textproduktion) per Arbeitsblättern näher
gebracht (Stichwort Eigenkorrekturverhalten).
- Im Kernlehrplan wird als neue Textform
( im Kontext einer Internetrecherche) das Erstellen eines kleinen
Dossiers gefordert.
Die Unterrichtsreihe unternimmt den Versuch einer Definition und
einer schülerbezogenen Anforderungsbeschreibung.
- Außerdem stellt diese UR Schülern
wie Lehrern systematische Materialien für eine Internetrecherche in
der Zielsprache zur Verfügung.
So sollte eine gut durchdachte und
lernerzentrierte WWW-Phase im Jahre 2006 aussehen, die sprachlichen und
methodischen Zugewinn gleichermaßen befördern kann, finde ich:
"Child labour" - ein
webbasiertes Unterrichtsprojekt zu Kompetenzerwartungen des
Kernlehrplans Englisch am Ende der Jahrgangsstufe 8 |pdf-Datei|
Sehr gut und exemplarisch ist auch das Modul ‚History in Songs
– the Jakobites and Scottish Enlightenment’ von Bernd
Klewitz in Hessen, der dazu schreibt:
"Dieses Modul für den bilingualen Geschichtsunterricht
zur Aufklärung und dem letzten Aufstand der Jakobites basiert
auf 5 schottischen Folksongs (The Corries), ist
kompetenz-förderndem Unterricht (backward planning)
verpflichtet und kann an der Gelenkstelle zwischen 9/10 (bei G8
- oder später) eingesetzt werden. Die in sich abgeschlossene
Unit ist methodenorientiert und enthält einen ausführlichen
‚Guide to Oral Presentations’.
Die Passung für den Lehrplan Geschichte besteht in 8G1 („Aufklärung“)
und 10G2 („Tradition“) (bei G9: 8.5 und 11.1).
Im Landeskunde-Archiv Schottland ist - als Erweiterung - die
Lernspirale ‚Scotland
Alive’ nutzbar.
>> History
in Songs – the Jakobites and Scottish Enlightenment
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Lernspiralen
Auf dem Bildungsserver Hessen hat Bernd Klewitz eine Lernspirale
veröffentlich: "Australia
for Beginners".
Dieses Unterrichtsprojekt ist auf mehreren
Ebenen ausgesprochen interessant und weist einen überzeugenden Weg,
wie Methodenlernen, Lernerzentriertheit und eine konstruktive
Internetnutzung in einem fordernden und fördernden Lernarrangement
verbunden werden können. Die Lernspiralen folgen Klipperts Ansätzen
der Lernkorridore für eigenverantwortliches Arbeiten: "In einer Lernspirale werden zu einem
bestimmten Lehrplanthema verschiedene didaktisch relevante
Unterrichtsgegenstände mit methodisch kreativen Vorschlägen für
eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen der Schülerinnen und Schüler
gesammelt".
- "Australia for Beginners": 12 Arbeitsinseln vom
Aktivieren des Vorwissens über das Erarbeiten neuer
Kenntnisse/Verfahrensweisen hin zu komplexeren
Anwendungs-/Transferaufgaben >>mehr
|Praxis:
Schüleraustausch mit Australien|
Interesse geweckt? Dann bitte auch unbedingt mit offenem Auge
das zweite Thema von Bernd Klewitz durchsehen:
Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind
- "Scotland Alive, Alive O": Das neue Lernarchiv
bietet ganz unterschiedliche Informationen und Lernressourcen
zur schottischen Landeskunde >>mehr
Lesetipp: Mag. Heide-Marie Haidinger: "EVA im
Fachunterricht" |pdf-Datei
18 S.|
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Vom
Lehrbuch zum WWW
Schülerinnen und Schüler mit dem
Arbeitsauftrag "Schaut mal nach, was ihr über
Chicago im Netz findet!" ins WWW zu schicken,
dürfte wenig Sinn machen. Wie der Einsatz anderer Medien
im Unterricht auch, muss eine WWW-Recherche eingebettet
sein in einen klaren Unterrichtszusammenhang, so dass sich ein
abgestuftes Vorgehen anbietet
- erste sprachliche und
inhaltliche Annäherung durch das Lehrbuch
- evtl. Vertiefung durch Erarbeitung
weiterer Informationen aus Printmedien,
multimedialen Enzyklopädien auf CD-ROMs u.a.
- ergänzende, gezielte
Recherche im World Wide Web
-
Durch die zunehmende Verzahnung von Lehrbüchern der neuen
Generation mit dem WWW wird der Schritt vom Lehrbuch ins WWW immer
einfacher: Zu einzelnen Lektionen werden
pädagogisch geprüfte Links und/oder WWW-Aktivitäten angeboten
und komplette Web-Units stehen auf den Servern
der Verlage zur Verfügung. Zum Beispiel bei Cornelsen |Web-Units|.
-
|
mehr zum Thema Lehrbücher
und WWW |
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Eine WWW-Recherche sollte erfolgen
- in Gruppen oder in
Partnerarbeit
- in einem begrenzten thematischen
Zusammenhang
- mit einer klaren Zielsetzung (Aufgaben, Fragen,
Erkenntnisinteresse)
- manchmal mit einem Lernerprotokoll
| Beispiel
als Word-Dokument |
- bei längeren Projekten mit einem Portfolio
| mehr |
- mit einer Auswertung und Reflektion
des Lernweges (Suchstrategien, benutzte Webseiten (History-Funktion),
Methoden usw.)
- durch eine sprachliche und
inhaltliche Er- und Verarbeitung der erhaltenen Informationen
(mündlich und schriftlich)
- mit dem Ziel der Ergebnispräsentation
für die
Lerngruppe.
detaillierte Hinweise: Lerntechniken und WWW
konkret
Am Beispiel der Web-Unit Schools
habe ich das methodische Vorgehen und die
Einbettung von WWW-Aktivitäten in den Englischunterricht exemplarisch beschrieben. In
einer 10. Klasse habe ich übrigens die erste Computerraum-Stunde
mit ihnen auf einer Webseite vorbereitet, auf der Aufgaben und Links
klar vorstrukturiert waren
Class
10a "Schools in Iowa" [2003]
Erst wenn Schülerinnen und Schüler im Umgang mit dem
WWW, den spezifischen Arbeitsweisen und Suchstrategien
vertraut sind, werden die Recherchen zunehmend offener
und weniger gelenkt stattfinden: Es bedarf schon einiger
methodischer Fähigkeiten, damit die WWW-Arbeit sinnvoll für den
Lernprozess wird!
vgl. auch meine "Teacher's
remarks" zur Web-Unit Perth, WA [1999]
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Vorbereitung/Zeitplan eines WWW-Projekts
Ich plädiere dafür,
WWW-Projekte einzubetten in konkrete Unterrichtseinheiten, die ja zumeist vom Lehrbuch ausgehen. Eine WWW-Einheit, zumal mit
einer Klasse, die noch nicht im Web gearbeitet hat,
sollte im Idealfall folgendermaßen umgesetzt werden:
Vorstellung des Projektes und des
methodischen Vorgehens; Besprechung des Themas und
möglicher Unterthemen; Gruppenbildung, Arbeitsplan
(Klassenraum): 1 Stunde
Handout für SchülerInnen: Learning
with & from the Internet |
word.doc 1. S|
Erster Durchgang im Computerraum:
Recherchieren im WWW, (vorgegebene) WWW-Adressen aufsuchen und erste Informationen
finden, gefundene Detailinformationen auf den Webseiten markieren,
kopieren und in der Textverarbeitung abspeichern. Ergebnisse
(Textverarbeitung 1-2 Seiten) abspeichern und auf Diskette/Datenstick mitnehmen,
ausdrucken oder als E-Mail attachment an die private
E-Mail-/Web-Mail-Adresse schicken: 1 Stunde. Erste Ergebnisse als
Hausaufgabe durcharbeiten, Vokabeln nachschlagen, in eigenen Worten
zusammenfassen.
Gruppenphase: Web-Seiten auswerten,
gegenseitig informieren; feststellen, welche
Informationen noch benötigt werden und Vorgehen für
weitere Recherche planen; Gruppen stellen kurz ihren
Arbeitsstand vor (Klassenraum): 1 Stunde
Handout für SchülerInnen: "Rules
for working in a group" |
word.doc 1. S |
ggf. zweiter Durchgang im Computerraum:
geplante ergänzende Recherche durchführen, Ergebnisse
abspeichern, ausdrucken etc.: 1 Stunde
Gruppenphase: Material auswerten,
gemeinsam bearbeiten, Präsentation planen; Gruppen
stellen kurz ihren Arbeitsstand vor; Ergebnisse
zusammenstellen, Präsentation erarbeiten
(Klassenraum): 1 - 3 Stunden
Plenum: Die Gruppen präsentieren ihre
Ergebnisse; gemeinsame inhaltliche und sprachliche
Auswertung und Zusammenfassung (Klassenraum): 1 - 2
Stunden
Ja, diese Einteilung ist idealtypisch
- Nein, sie wird im Unterricht nur selten so stattfinden, aber: Ohne
vorherige Überlegungen und gemeinsame Planung der WWW-Nutzung wird
kaum Lernen stattfinden, denn vor allem die Weiterverarbeitung und
Präsentation der Ergebnisse zwingen zum eigentlichen Lernen in der
Auseinandersetzung mit dem im Netz gefundenen Rohmaterial.
Manuskript: "WWW und Sprachenlernen". Forum Multimedia
Nürnberg 2003
| das möchte
ich lesen |
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Phasen,
methodischer Ablauf (nach Koch/Neckel (2001), S. 89)
- Inhaltliche Einführung,
fachlicher Einstieg
- Methodentraining,
technische Einführung
- Fragen- und
Aufgabenkatalog zum Thema, Formulierung des Themas
- Sammeln von Informationen,
Einstieg in die Informationsbeschaffung
- Festhalten der Ergebnisse,
Bewertung und Aufbereitung
- Darstellung der
Ergebnisse, Diskussion und Kritik
- Ausarbeitung von
schriftlichen Beiträgen, Präsentationen,
Handlungsprodukten
- Dokumentation und Ablage
Koch, Hartmut/Neckel, Hartmut (2001): Unterrichten mit
Internet & Co. Methodenhandbuch für die Sekundarstufe I
und II. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor
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vgl. auch Lerntechniken
und WWW konkret bei meinen "Didaktischen
Positionen"
Kurt Ludwigs und Wolfgang
Uppenkamp [2006]: Child labour - ein
webbasiertes Unterrichtsprojekt zu Kompetenzerwartungen des
Kernlehrplans Englisch am Ende der Jahrgangsstufe 8 |pdf-Datei|.
Eine exemplarische multimediale Unterrichtseinheit, denn so sollte eine gut durchdachte und
lernerzentrierte WWW-Phase im Jahre 2006 aussehen, die sprachlichen und
methodischen Zugewinn gleichermaßen befördern kann, finde ich.
Quintessenz:
WWW-Projekte im Englischunterricht sind vielfältig und haben
unterschiedliche Schwerpunkte, mal inhaltliche, mal
methodische, immer aber natürlich sprachliche. Die ideale
Reihenfolge, in der eine solche Projektarbeit die LernerInnen zu
methodisch kompetenten Nutzern entwickelt, könnte so aussehen:
-
kleine/kurze WWW-Aktivitäten in Anlehnung an
die Lehrbücher in recht engem Rahmen (Aufgaben, Links, Zeit)
-
WebUnits, wie sie von den Lehrbuchverlagen
ergänzend zu den Lehrbucheinheiten angeboten werden (mit
engen Vorgaben)
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ein Projekt wie "Child Labour" |mehr|
zur Vertiefung methodischer Fähigkeiten bei der WWW-Arbeit
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eine Lernspirale wie "Australia" | mehr
| zum Einüben autonomer Lern- und Arbeitsprozesse und
diverser Methoden der Verarbeitung, Kooperation und
Präsentation
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WebQuests als Projektmethode, die in einem
vorgegebenen Rahmen projektorientiertes Lernen ermöglicht,
das um so erfolgreicher ist, je größer die Kompetenzen der
LernerInnen sind.
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