Tipps


Learning languages with web.2 [Reinhard's speech: Bologna 2007 - ppt]

Teaching & learning foreign languages with the Internet [Reinhard's speech: Rome 2005 - ppt]

Bernd Klewitz: "Deutsch zum Anfassen – Bauhaus und andere Lernorte im DaF Unterricht" >>online

 

 

 

 

 

 

 

 

WWW: Unterrichtspraxis


Kernlehrplan & Kompetenzerwartungen

Lernspiralen

WebQuests

Portfolio-Arbeit

vom Lehrbuch zum WWW

Vorbereitung und Zeitplan

Veränderung des Unterrichts

Lehrerrolle

Literatur

  Kernlehrplan & Kompetenzerwartungen

Auf der Basis der aktuellen Entwicklung hin zu Kerncurricula und Kompetenzen haben Kurt Ludwigs und Wolfgang Uppenkamp eine exemplarische multimediale Unterrichtseinheit zum Thema "Child Labour" für den 8. Jahrgang erstellt, die ich für absolut vorbildlich halte, denn

  • sie dockt inhaltlich und methodisch, besonders aber medial an den Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Englisch NRW an und ist damit die erste Arbeit dieser Art.
  • Zum ersten Mal wird Schülern die Kombination von Onlinewörterbuch (zum Erstellen eines Textes) und der englischsprachigen Version von Google (zum sprachlichen Überprüfen der eigenen Textproduktion) per Arbeitsblättern näher gebracht (Stichwort Eigenkorrekturverhalten).
  • Im Kernlehrplan wird als neue Textform ( im Kontext einer Internetrecherche) das Erstellen eines kleinen Dossiers gefordert.
    Die Unterrichtsreihe unternimmt den Versuch einer Definition und einer schülerbezogenen Anforderungsbeschreibung.
  • Außerdem stellt diese UR Schülern wie Lehrern systematische Materialien für eine Internetrecherche in der Zielsprache zur Verfügung.

So sollte eine gut durchdachte und lernerzentrierte WWW-Phase im Jahre 2006 aussehen, die sprachlichen und methodischen Zugewinn gleichermaßen befördern kann, finde ich:

"Child labour" - ein webbasiertes Unterrichtsprojekt zu Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Englisch am Ende der Jahrgangsstufe 8 |pdf-Datei|

Sehr gut und exemplarisch ist auch das Modul ‚History in Songs – the Jakobites and Scottish Enlightenment’ von Bernd Klewitz in Hessen, der dazu schreibt: 

"Dieses Modul für den bilingualen Geschichtsunterricht zur Aufklärung und dem letzten Aufstand der Jakobites basiert auf 5 schottischen Folksongs (The Corries), ist kompetenz-förderndem Unterricht (backward planning) verpflichtet und kann an der Gelenkstelle zwischen 9/10 (bei G8 - oder später) eingesetzt werden. Die in sich abgeschlossene Unit ist methodenorientiert und enthält einen ausführlichen ‚Guide to Oral Presentations’.
Die Passung für den Lehrplan Geschichte besteht in 8G1 („Aufklärung“) und 10G2 („Tradition“) (bei G9: 8.5 und 11.1).
Im Landeskunde-Archiv Schottland ist - als Erweiterung - die Lernspirale ‚Scotland Alive’ nutzbar. 

>> History in Songs – the Jakobites and Scottish Enlightenment

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Lernspiralen

Auf dem Bildungsserver Hessen hat Bernd Klewitz eine Lernspirale veröffentlich: "Australia for Beginners". Dieses Unterrichtsprojekt ist auf mehreren Ebenen ausgesprochen interessant und weist einen überzeugenden Weg, wie Methodenlernen, Lernerzentriertheit und eine konstruktive Internetnutzung in einem fordernden und fördernden Lernarrangement verbunden werden können. Die Lernspiralen folgen Klipperts Ansätzen der Lernkorridore für eigenverantwortliches Arbeiten: "In einer Lernspirale werden zu einem bestimmten Lehrplanthema verschiedene didaktisch relevante Unterrichtsgegenstände mit methodisch kreativen Vorschlägen für eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen der Schülerinnen und Schüler gesammelt".

  • "Australia for Beginners": 12 Arbeitsinseln vom Aktivieren des Vorwissens über das Erarbeiten neuer Kenntnisse/Verfahrensweisen hin zu komplexeren Anwendungs-/Transferaufgaben  >>mehr
    |Praxis: Schüleraustausch mit Australien|

Interesse geweckt? Dann bitte auch unbedingt mit offenem Auge das zweite Thema von Bernd Klewitz durchsehen:

Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind

  • "Scotland Alive, Alive O": Das neue Lernarchiv bietet ganz unterschiedliche Informationen und Lernressourcen zur schottischen Landeskunde >>mehr


Lesetipp
: Mag. Heide-Marie Haidinger: "EVA im Fachunterricht" |pdf-Datei 18 S.|

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Vom Lehrbuch zum WWW

Schülerinnen und Schüler mit dem Arbeitsauftrag "Schaut mal nach, was ihr über Chicago im Netz findet!" ins WWW zu schicken, dürfte wenig Sinn machen. Wie der Einsatz anderer Medien im Unterricht auch, muss eine WWW-Recherche eingebettet sein in einen klaren Unterrichtszusammenhang, so dass sich ein abgestuftes Vorgehen anbietet 

  • erste sprachliche und inhaltliche Annäherung durch das Lehrbuch
  • evtl. Vertiefung durch Erarbeitung weiterer Informationen aus Printmedien, multimedialen Enzyklopädien auf CD-ROMs u.a.
  • ergänzende, gezielte Recherche im World Wide Web

Durch die zunehmende Verzahnung von Lehrbüchern der neuen Generation mit dem WWW wird der Schritt vom Lehrbuch ins WWW immer einfacher: Zu einzelnen Lektionen werden pädagogisch geprüfte Links und/oder WWW-Aktivitäten angeboten und komplette Web-Units stehen auf den Servern der Verlage zur Verfügung. Zum Beispiel bei Cornelsen |Web-Units|.

| mehr zum Thema Lehrbücher und WWW

Eine WWW-Recherche sollte erfolgen

  • in Gruppen oder in Partnerarbeit
  • in einem begrenzten thematischen Zusammenhang
  • mit einer klaren Zielsetzung (Aufgaben, Fragen, Erkenntnisinteresse)
  • manchmal mit einem Lernerprotokoll   | Beispiel als Word-Dokument |
  • bei längeren Projekten mit einem Portfolio | mehr |
  • mit einer Auswertung und Reflektion des Lernweges (Suchstrategien, benutzte  Webseiten (History-Funktion), Methoden usw.)
  • durch eine sprachliche und inhaltliche Er- und Verarbeitung der erhaltenen Informationen (mündlich und schriftlich)
  • mit dem Ziel der Ergebnispräsentation für die Lerngruppe.

detaillierte Hinweise: Lerntechniken und WWW konkret

Am Beispiel der Web-Unit Schools habe ich das methodische Vorgehen und die Einbettung von WWW-Aktivitäten in den Englischunterricht exemplarisch beschrieben. In einer 10. Klasse habe ich übrigens die erste Computerraum-Stunde mit ihnen auf einer Webseite vorbereitet, auf der Aufgaben und Links klar vorstrukturiert waren

  Class 10a "Schools in Iowa" [2003]

Erst wenn Schülerinnen und Schüler im Umgang mit dem WWW, den spezifischen Arbeitsweisen und Suchstrategien vertraut sind, werden die Recherchen zunehmend offener und weniger gelenkt stattfinden: Es bedarf schon einiger methodischer Fähigkeiten, damit die WWW-Arbeit sinnvoll für den Lernprozess wird!

vgl. auch meine "Teacher's remarks" zur Web-Unit Perth, WA [1999]

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Vorbereitung/Zeitplan eines WWW-Projekts

Ich plädiere dafür, WWW-Projekte einzubetten in konkrete Unterrichtseinheiten, die ja zumeist vom Lehrbuch ausgehen. Eine WWW-Einheit, zumal mit einer Klasse, die noch nicht im Web gearbeitet hat, sollte im Idealfall folgendermaßen umgesetzt werden:

Vorstellung des Projektes und des methodischen Vorgehens; Besprechung des Themas und möglicher Unterthemen; Gruppenbildung, Arbeitsplan (Klassenraum): 1 Stunde

Handout für SchülerInnen: Learning with & from the Internet  |  word.doc 1. S|

Erster Durchgang im Computerraum: Recherchieren im WWW, (vorgegebene) WWW-Adressen aufsuchen und erste Informationen finden, gefundene Detailinformationen auf den Webseiten markieren, kopieren und in der Textverarbeitung abspeichern.  Ergebnisse (Textverarbeitung 1-2 Seiten) abspeichern und auf Diskette/Datenstick mitnehmen, ausdrucken oder als E-Mail attachment an die private E-Mail-/Web-Mail-Adresse schicken: 1 Stunde. Erste Ergebnisse als Hausaufgabe durcharbeiten, Vokabeln nachschlagen, in eigenen Worten zusammenfassen.

Gruppenphase: Web-Seiten auswerten, gegenseitig informieren; feststellen, welche Informationen noch benötigt werden und Vorgehen für weitere Recherche planen; Gruppen stellen kurz ihren Arbeitsstand vor (Klassenraum): 1 Stunde

Handout für SchülerInnen: "Rules for working in a group"  | word.doc 1. S |

ggf. zweiter Durchgang im Computerraum: geplante ergänzende Recherche durchführen, Ergebnisse abspeichern, ausdrucken etc.: 1 Stunde

Gruppenphase: Material auswerten, gemeinsam bearbeiten, Präsentation planen; Gruppen stellen kurz ihren Arbeitsstand vor; Ergebnisse zusammenstellen, Präsentation erarbeiten (Klassenraum): 1 - 3 Stunden

Plenum: Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse; gemeinsame inhaltliche und sprachliche Auswertung und Zusammenfassung (Klassenraum): 1 - 2 Stunden

Ja, diese Einteilung ist idealtypisch - Nein, sie wird im Unterricht nur selten so stattfinden, aber: Ohne vorherige Überlegungen und gemeinsame Planung der WWW-Nutzung wird kaum Lernen stattfinden, denn vor allem die Weiterverarbeitung und Präsentation der Ergebnisse zwingen zum eigentlichen Lernen in der Auseinandersetzung mit dem im Netz gefundenen Rohmaterial.

Manuskript: "WWW und Sprachenlernen". Forum Multimedia Nürnberg 2003
 | das möchte ich lesen |

Phasen, methodischer Ablauf (nach Koch/Neckel (2001), S. 89)

  • Inhaltliche Einführung, fachlicher Einstieg
  • Methodentraining, technische Einführung
  • Fragen- und Aufgabenkatalog zum Thema, Formulierung des Themas
  • Sammeln von Informationen, Einstieg in die Informationsbeschaffung
  • Festhalten der Ergebnisse, Bewertung und Aufbereitung
  • Darstellung der Ergebnisse, Diskussion und Kritik
  • Ausarbeitung von schriftlichen Beiträgen, Präsentationen, Handlungsprodukten
  • Dokumentation und Ablage

Koch, Hartmut/Neckel, Hartmut (2001): Unterrichten mit Internet & Co. Methodenhandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor

vgl. auch Lerntechniken und WWW konkret bei meinen "Didaktischen Positionen"

Kurt Ludwigs und Wolfgang Uppenkamp [2006]: Child labour - ein webbasiertes Unterrichtsprojekt zu Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Englisch am Ende der Jahrgangsstufe 8 |pdf-Datei|.
Eine exemplarische multimediale Unterrichtseinheit, denn so sollte eine gut durchdachte und lernerzentrierte WWW-Phase im Jahre 2006 aussehen, die sprachlichen und methodischen Zugewinn gleichermaßen befördern kann, finde ich.

Quintessenz:
WWW-Projekte im Englischunterricht sind vielfältig und haben unterschiedliche Schwerpunkte,  mal inhaltliche, mal methodische, immer aber natürlich sprachliche. Die ideale Reihenfolge, in der eine solche Projektarbeit die LernerInnen zu methodisch kompetenten Nutzern entwickelt, könnte so aussehen:

  • kleine/kurze WWW-Aktivitäten in Anlehnung an die Lehrbücher in recht engem Rahmen (Aufgaben, Links, Zeit)

  • WebUnits, wie sie von den Lehrbuchverlagen ergänzend zu den Lehrbucheinheiten angeboten werden (mit engen Vorgaben)

  • ein Projekt wie "Child Labour" |mehr| zur Vertiefung methodischer Fähigkeiten bei der WWW-Arbeit

  • eine Lernspirale wie "Australia" | mehr | zum Einüben autonomer Lern- und Arbeitsprozesse und diverser Methoden der Verarbeitung, Kooperation und Präsentation

  • WebQuests als Projektmethode, die in einem vorgegebenen Rahmen projektorientiertes Lernen ermöglicht, das um so erfolgreicher ist, je größer die Kompetenzen der LernerInnen sind.


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© Reinhard Donath | Fremdsprachenunterricht in der Informationsgesellschaft www.englisch.schule.de/reinhard.htm