Reinhard Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft

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Reinhard Donath: Mein didaktisches Konzept

 

 

 

WWW: Unterrichtspraxis

 

vom Lehrbuch zum WWW

Vorbereitung und Zeitplan

Veränderung des Unterrichts

Lehrerrolle

Literatur

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Veränderung des Englischunterrichts

Machen wir uns nichts vor: Internetprojekte im Unterricht erfordern zwar nicht eine gänzlich neue Schule, aber ein anderes Konzept von Unterricht, genauer die Hinwendung zum Primat des Lernens ist notwendig - und nicht nur bei Internetaktivitäten.

Frontalunterricht mit dem WWW ist gänzlich undenkbar, projektorientiertes Arbeiten notwendig, möglichst nicht im 45-Minuten-Rhythmus, dafür aber so fächerübergreifend wie nur möglich! Ja, der Interneteinsatz verändert die Schulwirklichkeit auf erfreuliche Art und Weise! 

Lernen in der Informationsgesellschaft erfordert Strategien und Kompetenzen, die nicht nur in der Schule, sondern als Methodenkompetenz in der beruflichen Ausbildung ebenso vonnöten sind wie während des Studiums oder in den meisten Berufen. Die Hypermedia-Struktur der neuen Medien ermöglicht Phasen eines vom Lehrer weitgehend unabhängigen Unterrichts, "bei dem Schüler das lernen, wozu sie intrinsisch motiviert und kognitiv fähig sind", also ein "entwicklungsgemäßes, selbständiges, aktives, konstruktives, kooperatives, lebensnahes und kontextuiertes Lernen, bei dem die Systematik der Lerninhalte durch die Spontaneität der Lernenden ersetzt wird" (Weinert 1996, 26).

Aktuelle didaktische Positionen und Zusammenhänge

Das bedeutet für den Englischunterricht nicht, dass Lernen nur noch ein individuell-konstruktivistischer Prozess ist, bei dem ein gemeinsamer Wissensstand nicht mehr existiert. Schließlich finden sowohl Vorbereitung der WWW-Recherche als auch die Zusammenführung individueller oder in der Gruppe gewonnener Ergebnisse in der Klassenraumsituation statt: in einem systematischen, durch den Lehrer gesteuerten Unterricht, "der darauf gerichtet ist, möglichst alle Schüler zu einem motivierten Lernen zu bewegen, so daß dabei Vorkenntnisunterschiede berücksichtigt und Lernschwierigkeiten vermieden oder überwunden werden können" (Weinert, 26).

Vortrag von Prof. Dr. Bernd Rüschoff, Uni Essen: Neue Formen des Lernens und der Kommunikation per Datenautobahn und Informationstechnologie

Mich überzeugt die Zusammenfassung Robert Kleinschroths sehr:

"Wenn sich das selbständige entdeckende Lernen und der subjektiv-konstruktivistische Wissenserwerb durchsetzen, wird der fremdbestimmte Lernort Schule völlig neu zu organisieren sein. Das Klassenzimmer wird zu einer Lernwerkstatt, in der die Schüler selbständig den Lernstoff entdecken. Damit wäre eine andere, ältere Forderung der Pädagogik erfüllt: Selbstbestimmtes, entdeckendes Lernen und fremdbestimmtes Lernen durch Lehrer, Lehrplan und Lehrbuch werden sich im Unterricht immer häufiger ablösen. Eine durchaus plausible Forderung, da es in den nächsten Jahrzehnten ohnehin keine festen Wissensbestände mehr geben wird, die Lehrer oder Bücher monopolisieren können" (Kleinschroth 1996, 173).
P.S.: Wenn Ihnen all dies alles merkwürdig vorkommt, klicken Sie sich doch mal in die aktuellen didaktischen Positionen des Fremdsprachenunterrichts!

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Lehrerrolle: Coach, Navigator, Moderator? Lehrer als Cybernauten?

Ein Blick auf den "Anforderungskatalog" für das, was Lehrerinnen und Lehrer beim Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien bzw. in damit verbundenen Lernprozessen zu leisten haben (Lehrerrolle), ist auf den ersten Blick verwirrend. Fast sieht es so aus, als sollten wir plötzlich eine gänzlich neue Rolle übernehmen, die der eines Cybernauten nicht unähnlich ist und verdächtig oft mit Begriffen aus der gar nicht mehr christlichen Seefahrt, dem Sport- oder animierenden Medienbereich umschrieben wird, wenn in Veröffentlichungen vom Navigator, Coach, Berater, Guide und Moderator von Bildungsprozessen die Rede ist. Dass damit auch eine veränderte Schülerrolle einhergeht, dürfte offensichtlich sein. Die Veränderung des Englischunterrichts mit einer Hinwendung zur Konstruktion von Wissen und zunehmender Abkehr von der Instruktion impliziert eine erweiterte Lehrerrolle, die van Lück zukunftsweisend und bedenkenswert beschreibt: