Veränderung des
Englischunterrichts
- Machen wir uns nichts vor:
Internetprojekte im Unterricht erfordern zwar
nicht eine gänzlich neue Schule, aber ein
anderes Konzept von Unterricht, genauer die Hinwendung zum
Primat des Lernens ist notwendig -
und nicht nur bei Internetaktivitäten.

Frontalunterricht mit dem WWW ist
gänzlich undenkbar, projektorientiertes Arbeiten
notwendig, möglichst nicht im 45-Minuten-Rhythmus,
dafür aber so fächerübergreifend wie nur möglich! Ja,
der Interneteinsatz verändert die Schulwirklichkeit auf
erfreuliche Art und Weise!
- Lernen in der
Informationsgesellschaft erfordert Strategien und Kompetenzen, die nicht nur in
der Schule, sondern als Methodenkompetenz in der
beruflichen Ausbildung ebenso vonnöten sind wie
während des Studiums oder in den meisten
Berufen. Die Hypermedia-Struktur der neuen Medien
ermöglicht Phasen eines vom Lehrer weitgehend
unabhängigen Unterrichts, "bei dem Schüler
das lernen, wozu sie intrinsisch motiviert und
kognitiv fähig sind", also ein
"entwicklungsgemäßes, selbständiges,
aktives, konstruktives, kooperatives, lebensnahes
und kontextuiertes Lernen, bei dem die Systematik
der Lerninhalte durch die Spontaneität der
Lernenden ersetzt wird" (Weinert 1996, 26).
Aktuelle didaktische
Positionen und Zusammenhänge
Das bedeutet für den
Englischunterricht nicht, dass Lernen nur noch ein individuell-konstruktivistischer Prozess ist, bei dem ein
gemeinsamer Wissensstand nicht mehr existiert.
Schließlich finden sowohl Vorbereitung der WWW-Recherche
als auch die Zusammenführung individueller oder in der
Gruppe gewonnener Ergebnisse in der Klassenraumsituation
statt: in einem systematischen, durch den Lehrer
gesteuerten Unterricht, "der darauf gerichtet ist,
möglichst alle Schüler zu einem motivierten Lernen zu
bewegen, so daß dabei Vorkenntnisunterschiede
berücksichtigt und Lernschwierigkeiten vermieden oder
überwunden werden können" (Weinert, 26).
Vortrag von Prof. Dr.
Bernd Rüschoff, Uni Essen: Neue Formen des
Lernens und der Kommunikation per Datenautobahn und
Informationstechnologie
Mich überzeugt die Zusammenfassung Robert Kleinschroths sehr:
"Wenn sich
das selbständige entdeckende Lernen und
der subjektiv-konstruktivistische
Wissenserwerb durchsetzen, wird der
fremdbestimmte Lernort Schule völlig neu
zu organisieren sein. Das Klassenzimmer
wird zu einer Lernwerkstatt, in der die
Schüler selbständig den Lernstoff
entdecken. Damit wäre eine andere,
ältere Forderung der Pädagogik
erfüllt: Selbstbestimmtes, entdeckendes
Lernen und fremdbestimmtes Lernen durch
Lehrer, Lehrplan und Lehrbuch werden sich
im Unterricht immer häufiger ablösen.
Eine durchaus plausible Forderung, da es
in den nächsten Jahrzehnten ohnehin
keine festen Wissensbestände mehr geben
wird, die Lehrer oder Bücher
monopolisieren können" (Kleinschroth 1996, 173).
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Lehrerrolle: Coach, Navigator,
Moderator?
Ein Blick auf den
"Anforderungskatalog" für das, was Lehrerinnen
und Lehrer beim Einsatz der Informations- und
Kommunikationstechnologien bzw. in damit verbundenen
Lernprozessen zu leisten haben (Lehrerrolle), ist auf den ersten Blick verwirrend. Fast
sieht es so aus, als sollten wir plötzlich eine
gänzlich neue Rolle übernehmen, die der eines
Cybernauten nicht unähnlich ist und verdächtig oft mit
Begriffen aus der gar nicht mehr christlichen Seefahrt,
dem Sport- oder animierenden Medienbereich umschrieben
wird, wenn in Veröffentlichungen vom Navigator, Coach,
Berater, Guide und Moderator von Bildungsprozessen die
Rede ist. Dass damit auch eine veränderte Schülerrolle einhergeht, dürfte offensichtlich sein.
Die Veränderung des Englischunterrichts mit einer
Hinwendung zur Konstruktion von Wissen und zunehmender Abkehr von der Instruktion
impliziert eine erweiterte Lehrerrolle, die van Lück
zukunftsweisend und bedenkenswert beschreibt:
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